Bayerisches Handwerk zur Walter-Pleite: Zahlungsmoral der öffentlichen Hand bessern

3. Februar 2005

Die Schwierigkeiten, mit denen die Baubranche gerade auch wegen der schleppenden Zahlungsmoral durch die öffentliche Hand kämpfen muss, werden am Beispiel der Insolvenz von Walter Bau überdeutlich. Das Problem rücke immer dann ins öffentliche Bewusstsein, wenn ein solches Großunternehmen in Schieflage gerate, so der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), Heinrich Traublinger, MdL. "Wenn Klein- und Mittelbetrieb Pleite gehen, interessiert das kaum jemanden", beklagt er.

Auch in Folge des Walter Bau-Konkurses stehe zu befürchten, dass zahlreiche selbständige Klein- und Mittelbetriebe, die erfolgreich wirtschafteten, mit dem Konzern in den Ruin gerissen werden und damit zahlreiche Ausbildungs- und Arbeitsplätze verloren gehen. Die Zeche zahlten die Subunternehmer des Bau- und Ausbauhandwerks, die auf unbezahlten Rechnungen sitzen blieben. Dadurch würden letztendlich die Unternehmensteile des insolventen Konzerns auf Kosten der Kleinen entschuldet.

Der BHT-Präsident ruft die Politik auf, endlich ihren Beitrag zu leisten, damit die Krise in der Bauwirtschaft nicht noch weiter eskaliert. Allein im letzten Jahr sind im bayerischen Bauhauptgewerbe knapp sieben Prozent aller Arbeitsplätze verloren gegangen, das waren immerhin knapp 10 000.

Dazu gehört neben einer allgemeinen Verbesserung der Rahmenbedingungen, so Traublinger, dass die Eigenheimzulage in modifizierter Form weiter geführt wird. Dazu gehört, dass die Kommunen, Land und Bund ihre Bauinvestitionen nicht weiter runter-, sondern wieder hochfahren und dazu gehört vor allem, dass sich die Zahlungsmoral der öffentlichen Hand und öffentlicher Unternehmen grundlegend verbessert.

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online seit 03. Feb 2005, aktualisiert am 03. Feb 2005

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