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Handwerkskonjunktur in Oberbayern stabil aber schwach: Anzeichen für leichte Stimmungsverbesserung4. Februar 2005
Die Anzeichen für eine leichte Erholung der Handwerkskonjunktur in München und Oberbayern mehren sich. Wie der aktuelle Konjunkturbericht der Handwerkskammer für München und Oberbayern ausweist, erwarten immerhin 55 Prozent der befragten Handwerker für das erste Quartal 2005 einen zumindest befriedigenden Geschäftsverlauf.
Dies ist umso bemerkenswerter, als zum Jahresende 2004 sowohl die Kapazitätsauslastung (72 Prozent) wie die Reichweite der Auftragsbestände (4,7 Wochen) ziemlich unverändert auf niedrigem Niveau verharrten. Auch die Investitionsneigung ist nach wie vor niedrig, erhöhte sich aber zum zweiten Mal hintereinander.
In dieses Bild passt auch, dass die Auftrags- und Umsatzerwartungen wie auch die Prognosen für die Absatzpreise eine leichte Besserungstendenz zeigen. Die Skepsis für die künftige Konjunkturentwicklung im oberbayerischen Handwerk scheint insgesamt etwas geringer zu werden.
Hintergrund für diese leichte Stimmungsbesserung ist offensichtlich die gestiegene Hoffnung auf eine Belebung des privaten Verbrauches. Grundlage dafür sind die zuletzt etwas positiveren Daten der Konsumforscher. Die verbrauchernahen Handwerke wie etwa der Nahrungsmittelbereich und die personenbezogenen Dienstleister (z.B. Uhrmacher, Schneider, Friseure, Textilreiniger, Kosmetiker) sind auch etwas optimistischer, obwohl 40 Prozent der Bäcker, Konditoren und Metzger zum Jahresende 2004 ein Umsatzminus verzeichneten.
Im Baugewerbe ist die Situation eher noch schwieriger geworden, weil bisher wirkende Sondereffekte (Eigenheimzulage) jetzt von der allgemeinen Zurückhaltung überlagert werden. Auch gewerbliche Auftraggeber und der Staat leisten keinen Stabilisierungsbeitrag. Allenfalls ist mit einer leicht verbesserten Bautätigkeit der Kommunen aufgrund steigender Gewerbesteuereinnahmen zu rechnen.
Etwas aufgehellt hat sich die Lage zuletzt im Kfz-Handwerk, während das produzierende Metallhandwerk, bisher begünstigt von der Exportkonjunktur, jetzt auch abgeschwächte Nachfragezuwächse unter dem Gegenwind des starken Euro registriert.
Insgesamt präsentierte sich die Konjunkturlage des oberbayerischen Handwerks zum Jahresausklang 2004, gemessen an der Geschäftslage, in einer stabilen, jedoch unverändert schwachen Verfassung. Die Lage zeigte sich damit gegenüber dem vorangegangenen Vierteljahr unverändert: 59 Prozent der befragten Handwerksbetriebe nannten ihre Situation "gut" oder "befriedigend". Gegenüber dem Schlussquartal 2003 war dies ein Prozentpunkt mehr.
Der Umsatz zeigte im letzten Quartal 2004 wenig Dynamik. Nur 16 Prozent der Befragten meldeten gestiegene Umsätze. Insgesamt dürfte das oberbayerische Handwerk 2004 etwa 28,8 Milliarden Euro umgesetzt haben - die gleiche Größenordnung wie ein Jahr zuvor.
Bei der Beschäftigung zeichnete sich keine Besserung ab. Im Jahresdurchschnitt 2004 waren nach kammereigenen Hochrechnungen im oberbayerischen Handwerk 297 000 Personen beschäftigt, zwei Prozent weniger als 2003.
Der Gründungsboom in den Handwerken, bei denen mit der Reform der Handwerksordnung zum Jahresbeginn 2004 die Meistervoraussetzung gefallen ist, hat an der Arbeitsplatzsituation des oberbayerischen Handwerks nichts geändert, da es sich in der Regel um Ein-Mann-Gründungen handelte.
Die Betriebszahl ist durch die erleichterte Eintragungsmöglichkeit der zulassungsfreien Gewerke bei der Handwerkskammer um 3,6 Prozent auf knapp 61 900 Betriebe gestiegen.

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