Traublinger warnt vor Verschärfungen der Umweltzone - Existenzbedrohung für viele Handwerksbetriebe

4. April 2009

Vor existenzbedrohenden Folgen für etliche Handwerksbetriebe warnt Handwerkskammerpräsident Heinrich Traublinger, MdL a. D., sollten die von Teilen des Münchner Stadtrats angestrebten Verschärfungen der Münchner Umweltzone umgesetzt werden. Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der Handwerkskammer unter ihren Mitgliedsbetrieben zeige, dass "die Verschärfung für eine Reihe von Betrieben das wirtschaftliche Aus bedeuten könnte", erklärte Traublinger am 3. April vor der Presse in München.

36 Prozent der oberbayerischen Handwerksbetriebe erklärten, dass die betriebliche Existenz davon abhängt, in die Münchner Innenstadt einfahren und dort Aufträge ausführen zu können. In der Landeshauptstadt selbst sind 68 Prozent existenziell abhängig und für weitere 19 Prozent ist die freie Fahrt im Zentrum sehr wichtig. Hochgerechnet auf den ganzen Kammerbezirk gibt es etwa 43.400 Pkw, Kombis und Kleinlaster, die eine rote Plakette tragen, sowie 66.200 mit einer gelben Plakette. Nach Einschätzung der Befragten müssen 43.700 umgerüstet werden, wobei diese technische Verbesserung für ein Drittel der „Rot"-Fahrzeuge und immerhin für fast jedes zweite „Gelb"-Fahrzeug in Betracht gezogen wird. In München allein sind 9.300 Umrüstungen geplant. Für weitere 47.700 der mit roten und gelben Plaketten ausgestatteten Fahrzeuge, in München-Stadt sind es 12.100, muss sogar Ersatz beschafft werden. Traublinger: "Jedes zweite der mit roter Plakette versehenen Autos und jeder dritte der mit einer gelben Plakette ausgestattete Wagen muss aussortiert werden."

Der Handwerkskammerpräsident rechnete vor, dass man schnell auf Milliarden schwere Investitionsbeträge komme, die das oberbayerische Handwerk in einer konjunkturell schwierigen Zeit schultern müsste, wenn man pro Ersatzfahrzeug einen Betrag von nur 30.000 Euro ansetze. So sei es kein Wunder, dass sich zwei von drei Befragten nicht in der Lage sähen, diesen finanziellen Kraftakt in der Kürze der Zeit zu bewältigen.

Traublinger forderte daher im Einklang mit einem gemeinsamen Positionspapier der Münchner Wirtschaft eine fundierte, wissenschaftlich erhobene Wirkungsanalyse der ersten Stufe des Einfahrtverbotes. Dabei müssten alle Daten und Fakten auf den Tisch, erklärte Traublinger. "Bevor ich den Druck erhöhe, muss ich sicher sein, dass ich den Kessel damit nicht zum Platzen bringe," so der Handwerkskammerpräsident.

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online seit 03. Apr 2009, aktualisiert am 03. Apr 2009

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