Tag der Breze in der Handwerkskammer: Ausstellung zu einem der ältesten Gebäcke in Europa

Handwerkskammerpräsident Heinrich Traublinger mit der Cartoonistin Margit Kübrich bei der Eröffnung der Ausstellung "Das Breznparadies" im Foyer der Handwerkskammer.Lupe
Handwerkskammerpräsident Heinrich Traublinger mit der Cartoonistin Margit Kübrich bei der Eröffnung der Ausstellung "Das Breznparadies" im Foyer der Handwerkskammer.

30. Mai 2005

"Das Breznparadies", so lautet der Titel einer Ausstellung, die vom 30. Mai bis 18. Juni 2005 im Foyer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Max-Joseph-Straße 4 gezeigt wird. Vierzig Grafiken und Karikaturen der bekannten Cartoonistin Margit Kübrich zum Thema "Breze" als Zeichen bayerischer Lebensart werden gezeigt.

Am Eröffnungstag, dem 30. Mai, sorgen die Bäckerinnung München und der Landesinnungsverband des bayerischen Bäckerhandwerks darüber hinaus für das leibliche Wohl der Besucher - natürlich mit Brezn der verschiedensten Art.

Fachleute rechnen die Brezn zu den ältesten Gebäcken in Europa. Sie wurde in Deutschland schon hergestellt, bevor das Christentum kam. Sie wurde ursprünglich in vorchristlicher Zeit, als Teigring gebacken und häufig als Opfer- oder Grabbeigabe verwendet, so wandelte sie in christlicher Zeit ihren Charakter hin zum Fastengebäck.

Im späten Mittelalter wurde aus der ursprünglichen Ringform allmählich die heute übliche Brezn-Form. Man sagt, dies sei durch die Mönche in den Klosterbackstuben geleistet worden, die damit die beim Gebet gekreuzten Hände symbolisieren wollten. Für diese Theorie spricht der Name: Er leitet sich vom lateinischen "bracchium" ab, das "Arm" bedeutet.

Die bei uns bekannteste Variante ist die Laugenbreze in ihrer braunen und knusprigen Form. Handwerkskammerpräsident Heinrich Traublinger, MdL, bezeichnete sie bei der Ausstellungseröffnung als eine Erfindung Münchner Bäcker und sie soll, ähnlich wie die Weißwurst, durch einen "Betriebsunfall" das Licht der Welt erblickt haben.

Mitte des 19. Jahrhunderts habe ein Münchener Bäckerbursche aus Versehen eine fertig geschlungene Breze in einen Eimer mit Putzlauge fallen gelassen und sie zusammen mit den anderen in den Ofen geschoben. Danach soll festgestellt haben, dass diese Breze viel brauner war als die "unbehandelten" Exemplare. Traublinger: "Damit war die Laugenbreze geboren."

Die Zeichnungen von Margit Kübrich zeigen in witziger Form die für die Künstlerin denkbaren Einsatzmöglichkeiten dieses beliebten Gebäcks. Sie sieht die Brezn als ein "Ursymbol, das weltweit verstanden wird" und in hohem Maße Identifikation mit Bayern schafft.

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 7:30 Uhr bis 16:00 Uhr, Freitag bis 14:30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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online seit 30. Mai 2005, aktualisiert am 30. Mai 2005

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