Lenze vor der Vollversammlung der Handwerkskammer: Jedem ausbildungsfähigen Jugendlichen eine Lehrstelle
27. Juni 2005
Das Münchner und oberbayerische Handwerk gehe selbstbewusst auch im laufenden Ausbildungsjahr davon aus, dass jeder ausbildungsfähige und -willige Lehrstellenbewerber eine Lehrstelle oder einen Praktikumplatz für eine Einstiegsqualifizierung bekommt, erklärte Hauptgeschäftsführer Bernd Lenze, vor der Vollversammlung der Handwerkskammer für München und Oberbayern am 27. Juni 2005 in München. Zwar seien bis 31. Mai 2005 mit 1926 Neuabschlüssen 59 oder 2,97 Prozent weniger als zum gleichen Vorjahreszeitpunkt registriert gewesen, man sei aber zuversichtlich, auch in diesem Ausbildungsjahr wiederum eine gute Bilanz vorweisen zu können.
Allerdings sei es immer noch ein bedauerlicher Umstand, dass die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge wesentlich höher ausfallen könnte, wenn nur genügend Lehrlinge für eine Ausbildung im Handwerk gewonnen werden könnten. Die Besetzungsquote der angebotenen Lehrstellen habe im vergangenen Ausbildungsjahr bei 82 Prozent gelegen. Lenze: "Das heißt, 2000 verfügbare Ausbildungsplätze wurden in München und Oberbayern nicht besetzt und blieben daher ungenutzt. Darunter befanden sich immerhin 1.350 Lehrstellen, die trotz Zusagen von Jugendlichen nicht angetreten wurden."
Viele Ausbildungsverträge ließen sich auch deshalb nicht realisieren, weil immer mehr Jugendliche erhebliche Defizite beim notwendigen schulischen Grundwissen und bei der sozialen Reife aufwiesen. Umfragen unter den ausbildenden Betrieben bestätigten dies. Überraschend sei dabei, so der Kammerhauptgeschäftsführer, dass die mangelnde Einstellung zur Arbeit sowie das Sozialverhalten der Jugendlichen noch vor schlechten schulischen Leistungen als Ausbildungshemmnisse beklagt würden. Auch hier bestehe Handlungsbedarf.
Lenze erläuterte, dass die Handwerkskammer mit zahlreichen Aktivitäten für zusätzliche Ausbildungsplätze unter ihren Mitgliedsbetrieben wirbt. So sprechen etwa die Ausbildungsberater und Ausbildungsplatzwerber gezielt Betriebe an. Sie werden unterstützt von ehrenamtlichen Ausbildungsplatzwerbern, die in Seminaren geschult und mit aktuellen Daten versorgt werden. Ehrenamtsträger werben gezielt in den Betrieben für Ausbildungsplätze. In einer Telefonaktion tritt die Handwerkskammer an diejenigen Ausbildungsbetriebe heran, die im vergangenen Jahr Lehrstellen nicht besetzen konnten, um sie für das laufende Jahr nutzen zu können. Auch bei Betrieben, die Einstiegsqualifizierungsplätze angeboten haben, wird telefonisch oder schriftlich nachgefasst. Darüber hinaus werden fortwährend Abstimmungsgespräche für ein koordiniertes Vorgehen mit den regionalen Arbeitsagenturen, den anderen Handwerkskammern und den IHKs bezüglich des Datenabgleichs, der Ausbildungsstatistiken, der Durchführung von Kompetenzchecks und den Nachakquisetätigkeiten durchgeführt.
Als äußerst erfreulich bezeichnete Lenze das Entgegenkommen der Bayerischen Staatsregierung bei einem wichtigen bildungspolitischen Anliegen des Handwerks: Der Fachhochschulzugang für Handwerksmeister wird verbessert. Die 20 Prozent der Prüfungsbesten pro Meisterberuf können, nach einem obligatorischen Beratungsgespräch, in Zukunft auch ohne sogenanntes Propädeutikum und ohne Ergänzungsprüfung ein Fachhochschulstudium entsprechend ihrer Fachrichtung aufnehmen. Lenze: "Die Anerkennung der hohen Meisterqualifikation stellt einen richtigen Kontrapunkt zur entgegengesetzten Auswirkung der neuen Handwerksordnung dar." Diese Negativwirkung mache sich in den Bildungszentren der Handwerkskammer bemerkbar. Insgesamt verzeichnete die Kammer 2004 einen Rückgang der Teilnehmerstunden um 4,9 Prozent, der vor allem auf den Rückgang bei den Meistervorbereitungskursen um 7,2 Prozent zurückzuführen sei.
Lenze verwies in der Vollversammlung auch auf den nagelneuen Internetauftritt der Handwerkskammer für München und Oberbayern, der optisch an das neue Corporate Design angepasst und inhaltlich komplett überarbeitet wurde. Die klare Strukturierung in die Hauptbereiche Handwerk, Bildung und Beratung biete schnelle Orientierung und noch mehr Infos. Das neue Internetangebot finde auch über die Kammergrenzen hinaus soviel Aufmerksamkeit, dass nun geplant sei, die Internetangebote der bayerischen, hessischen und einiger baden-württembergischen Handwerkskammern zu harmonisieren und mit einer gemeinsamen Wort-Bild-Marke aufzutreten. Lenze: "Ziel ist, dass sich die Nutzer in jedem dieser Internetangebote gleich gut zurechtfinden."
Das Münchner und oberbayerische Handwerk gehe selbstbewusst auch im laufenden Ausbildungsjahr davon aus, dass jeder ausbildungsfähige und -willige Lehrstellenbewerber eine Lehrstelle oder einen Praktikumplatz für eine Einstiegsqualifizierung bekommt, erklärte Hauptgeschäftsführer Bernd Lenze, vor der Vollversammlung der Handwerkskammer für München und Oberbayern am 27. Juni 2005 in München. Zwar seien bis 31. Mai 2005 mit 1926 Neuabschlüssen 59 oder 2,97 Prozent weniger als zum gleichen Vorjahreszeitpunkt registriert gewesen, man sei aber zuversichtlich, auch in diesem Ausbildungsjahr wiederum eine gute Bilanz vorweisen zu können.
Allerdings sei es immer noch ein bedauerlicher Umstand, dass die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge wesentlich höher ausfallen könnte, wenn nur genügend Lehrlinge für eine Ausbildung im Handwerk gewonnen werden könnten. Die Besetzungsquote der angebotenen Lehrstellen habe im vergangenen Ausbildungsjahr bei 82 Prozent gelegen. Lenze: "Das heißt, 2000 verfügbare Ausbildungsplätze wurden in München und Oberbayern nicht besetzt und blieben daher ungenutzt. Darunter befanden sich immerhin 1.350 Lehrstellen, die trotz Zusagen von Jugendlichen nicht angetreten wurden."
Viele Ausbildungsverträge ließen sich auch deshalb nicht realisieren, weil immer mehr Jugendliche erhebliche Defizite beim notwendigen schulischen Grundwissen und bei der sozialen Reife aufwiesen. Umfragen unter den ausbildenden Betrieben bestätigten dies. Überraschend sei dabei, so der Kammerhauptgeschäftsführer, dass die mangelnde Einstellung zur Arbeit sowie das Sozialverhalten der Jugendlichen noch vor schlechten schulischen Leistungen als Ausbildungshemmnisse beklagt würden. Auch hier bestehe Handlungsbedarf.
Lenze erläuterte, dass die Handwerkskammer mit zahlreichen Aktivitäten für zusätzliche Ausbildungsplätze unter ihren Mitgliedsbetrieben wirbt. So sprechen etwa die Ausbildungsberater und Ausbildungsplatzwerber gezielt Betriebe an. Sie werden unterstützt von ehrenamtlichen Ausbildungsplatzwerbern, die in Seminaren geschult und mit aktuellen Daten versorgt werden. Ehrenamtsträger werben gezielt in den Betrieben für Ausbildungsplätze. In einer Telefonaktion tritt die Handwerkskammer an diejenigen Ausbildungsbetriebe heran, die im vergangenen Jahr Lehrstellen nicht besetzen konnten, um sie für das laufende Jahr nutzen zu können. Auch bei Betrieben, die Einstiegsqualifizierungsplätze angeboten haben, wird telefonisch oder schriftlich nachgefasst. Darüber hinaus werden fortwährend Abstimmungsgespräche für ein koordiniertes Vorgehen mit den regionalen Arbeitsagenturen, den anderen Handwerkskammern und den IHKs bezüglich des Datenabgleichs, der Ausbildungsstatistiken, der Durchführung von Kompetenzchecks und den Nachakquisetätigkeiten durchgeführt.
Als äußerst erfreulich bezeichnete Lenze das Entgegenkommen der Bayerischen Staatsregierung bei einem wichtigen bildungspolitischen Anliegen des Handwerks: Der Fachhochschulzugang für Handwerksmeister wird verbessert. Die 20 Prozent der Prüfungsbesten pro Meisterberuf können, nach einem obligatorischen Beratungsgespräch, in Zukunft auch ohne sogenanntes Propädeutikum und ohne Ergänzungsprüfung ein Fachhochschulstudium entsprechend ihrer Fachrichtung aufnehmen. Lenze: "Die Anerkennung der hohen Meisterqualifikation stellt einen richtigen Kontrapunkt zur entgegengesetzten Auswirkung der neuen Handwerksordnung dar." Diese Negativwirkung mache sich in den Bildungszentren der Handwerkskammer bemerkbar. Insgesamt verzeichnete die Kammer 2004 einen Rückgang der Teilnehmerstunden um 4,9 Prozent, der vor allem auf den Rückgang bei den Meistervorbereitungskursen um 7,2 Prozent zurückzuführen sei.
Lenze verwies in der Vollversammlung auch auf den nagelneuen Internetauftritt der Handwerkskammer für München und Oberbayern, der optisch an das neue Corporate Design angepasst und inhaltlich komplett überarbeitet wurde. Die klare Strukturierung in die Hauptbereiche Handwerk, Bildung und Beratung biete schnelle Orientierung und noch mehr Infos. Das neue Internetangebot finde auch über die Kammergrenzen hinaus soviel Aufmerksamkeit, dass nun geplant sei, die Internetangebote der bayerischen, hessischen und einiger baden-württembergischen Handwerkskammern zu harmonisieren und mit einer gemeinsamen Wort-Bild-Marke aufzutreten. Lenze: "Ziel ist, dass sich die Nutzer in jedem dieser Internetangebote gleich gut zurechtfinden."
Downloads
- Pressemitteilung vom 27. Juni 2005 a (
39 kB) - Vollversammlung Hauptgeschäftsführer Juni 2005 (
57 kB)
online seit 27. Jun 2005, aktualisiert am 27. Jun 2005
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