Meisterfeier 2004 der Handwerkskammer: 1783 neue Führungskräfte für das oberbayerische Handwerk
4. Dezember 2004
"Nicht Geiz, sondern Qualität ist geil!", betonte Handwerkskammerpräsident Heinrich Traublinger, MdL, bei der Meisterfeier der Handwerkskammer für München und Oberbayern am 4. Dezember 2004 in München. 1783 neue Führungskräfte für das Münchner und oberbayerische Handwerk erhielten ihre Meisterbriefe und die 20 Prozent Prüfungsbesten bekamen darüber hinaus eine Urkunde, die sie mit dem Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung auszeichnet. Die 44 Jahresbestmeister, unter ihnen neun Frauen, wurden auf der Bühne gesondert geehrt.
Präsident Traublinger machte deutlich, dass Deutschland immer eine Gesellschaft der Sach- und Fachkundigen gewesen sei. Der gute Ruf von "Made in Germany" beruhe entscheidend auf dem hohen Qualifikationsniveau im Mittelstand. Traublinger: "Das wird auch in Zukunft so sein!" Der Meisterbrief sei ein Pfund, mit dem es sich im Wettbewerb wuchern lasse. Der Handwerkskammerpräsident appellierte an die Jungmeisterinnen und -meister, den Kunden deutlich zu machen, dass Qualität langfristig die preisgünstigere Lösung sei. Sie sollten sich gegen diejenigen abgrenzen, die meinten, sich in einem zulassungsfreien Beruf ohne jede Qualifikation selbständig machen zu können.
Überzeugen müsse man durch Service und Problemlösungskompetenz. Wichtig sei dabei auch, den Meisterbrief als Marketinginstrument einzusetzen. Die Meisterinnen und Meister hielten ein bewährtes Gütesiegel in den Händen, das nach wie vor in der Öffentlichkeit einen hervorragenden Klang habe, so Traublinger. Der Meister sei in Europa sogar als "Best practice" eingestuft worden, er werde nur im eigenen Land ausgehöhlt.

Zudem sei der Meisterbrief eine tragende Säule im System der beruflichen Bildung sowie für das Handwerk insgesamt. Traublinger: "Der Meister ist selbst ein Meisterstück!" Ohne den Meister gäbe es keine funktionierende, hochwertige berufliche Bildung im Handwerk. Nicht umsonst sei die Ausbildungsquote im Wirtschaftsbereich Handwerk mit rund zehn Prozent mehr als doppelt so hoch wie in der Gesamtwirtschaft. Es habe Tradition und es gehöre zum Berufsethos des Handwerks, dass der Meister sein Wissen und Können an den Nachwuchs weitergibt.
Das Verantwortungsbewusstsein der Handwerksmeister habe auch maßgeblich dazu beigetragen, dass der Ausbildungspakt zwischen Bundesregierung und Wirtschaft ein Erfolg wurde, erklärte der Handwerkskammerpräsident. Das Handwerk habe mehr neue Lehrstellen eingeworben, als es die Zielgröße aus dem Ausbildungspakt erfordert hätte. Einmal mehr habe sich erwiesen, dass freiwillige Kooperationen erfolgreicher seien als staatlicher Zwang, so Traublinger.
Fotos von der Ehrung der Jahresbestmeister als JPG-Datei bei Michael Schuhmann Telefon 089 5119-121 oder E-Mail: presse@hwk-muenchen.de.
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