Gertraud Möhwald
Ausstellung
in der Galerie Handwerk
vom 13. Januar
bis 18. Februar 2006
Foto: George Meister, München
Seit nunmehr fünfzehn Jahren wird die Ausstellungssaison in der Galerie Handwerk der Handwerkskammer für München und Oberbayern mit einer Werkschau eingeleitet, die die zeitgenössische Keramikkunst vorstellt. Zur Feier dieses kleinen Jubiläums wartet die Galerie Handwerk mit einem besonderen Ereignis auf: mit 70 ausgewählten Gefäßen und Skulpturen aus allen Werkphasen der Künstlerin zeigt sie vom 13. Januar bis zum 18. Februar 2006 einen Querschnitt durch das aufsehenerregende Werk von Gertraud Möhwald aus Halle an der Saale. Möhwald zählt zu den berühmtesten deutschen Keramikerinnen, ihre Arbeiten besitzen Weltgeltung.
Nach einer Steinbildhauerlehre im Dresdner Zwinger studierte Gertraud Möhwald (geb. 1929 in Dresden, gest. 2002 in Halle) in Halle an der Burg Giebichenstein zunächst Bildhauerei, bevor sie 1959 zum Keramikstudium wechselte. Seit ihrem Diplom 1964 lehrte sie selbst an der Burg Giebichenstein, zeitweise leitete sie den Fachbereich Keramik. Ganze Studentengenerationen hat sie durch ihren Umgang mit dem Material, ihre Formauffassung und ihre Gestaltungsprinzipien geprägt. Ihr künstlerisches Wirken hat der "Burg-Keramik" zu internationalem Renommee verholfen.
Beeinflusst von der Bauhauskeramik sind ihre frühen Gefäße in Formgebung und Oberflächengestaltung von traditionellen Prinzipien geprägt. Seit den späten 1960er Jahren experimentierte sie immer stärker mit unkonventionellen Formen. Die Ausstellung macht eindrucksvoll deutlich, wie Gertraud Möhwald zunehmend unter Vernachlässigung der Funktion Gefäßplastiken entwickelt.
Anfang der 1980er Jahre verselbstständigt sich das figürliche Element. Entsprechend der allgemeinen Kunstauffassung der DDR bestimmt fortan auch Möhwalds Auseinandersetzung mit dem Menschenbild ihr Schaffen. Deshalb gilt der zweite Teil der Ausstellung den Torsi, Büsten, Händen und vor allem den Köpfen. Allerdings sucht und findet Gertraud Möhwald eigene Wege der Umsetzung. Entfernt von der Darstellung "heiler Menschenbilder" baut sie aus verschiedenen Tonen kräftige, archaisch wirkende Gestalten mit meist strenger Tektonik und rissigen Oberflächenstrukturen. Zunächst nur gedacht als Möglichkeit zur Farbgestaltung entwickelt Möhwald mit dem Einsatz farbiger Scherben eine ganz eigene Assemblagetechnik. Sie kombiniert ihre keramischen Körperformen mit Ziegeln, teilweise auch Ofenkacheln und akzentuiert sie mit unterschiedlichen glasierten Scherben.
Diese groß angelegte Retrospektive in der Galerie Handwerk mit Exponaten von 40 unterschiedlichen Leihgebern wurde durch das Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, die Stiftung Moritzburg in Halle, die Burg Giebichenstein in Halle und die Stiftung Keramion in Frechen organisiert. Zur Ausstellung erschien ein Katalog mit über 100 ganzseitigen farbigen Abbildungen und einem Verzeichnis des gesamten plastischen Werkes zum Preis von 29,00 Euro.
Neben Halle und Frechen ist München der einzige Ort in Süddeutschland, an dem diese außergewöhnliche Ausstellung gezeigt wird.
Rahmenprogramm
Freitag, 13. Januar 2006, 16.00 Uhr
Lichtbildervortrag von Gabi Dewald, Redakteurin der Zeitschrift "Keramikmagazin" über Getraud Möhwald, im Anschluss Führung durch die Ausstellung durch Dr. Renate Luckner-Bien, Halle, und Renate Wunderle, München.
Galerie Handwerk
Max-Joseph-Straße 4
Eingang Ecke Ottostraße
80333 München
Tel.: 089 595584
Fax: 089 595544
galerie@hwk-muenchen.de
www.hwk-muenchen.de/galerie
Neue Öffnungszeiten
Dienstag, Mittwoch, Freitag 10 - 18 Uhr
Donnerstag 10 - 20 Uhr
Samstag 10 - 13 Uhr
Kontakt zur Ausstellung
Heidi Müller
Tel. 089 5119 296
heidi.mueller@hwk-muenchen.de
Informationen zum Begleitprogramm sowie pressefähiges Bildmaterial erhalten Sie unter
Tel. 089 59 55 84