Positive Entwicklung bei der Ausbildung - Lenze: "Kampf gegen IFRS-Bilanzierungsstandards erfolgreich"
24. Oktober 2008
Eine positive Entwicklung bei den Lehrlingszahlen vermeldete der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Handwerkstages (BHT), Bernd Lenze, bei der Jahresmitgliederversammlung am 24. Oktober in Nürnberg. Zum 30. September verzeichneten die sechs bayerischen Handwerkskammern 27.697 neue Ausbildungsverträge. Damit wurde das Rekordergebnis des Vorjahres zum Stichtag um 136 Lehrstellen oder 0,5 Prozent übertroffen. Die Ausbildungsquote liegt damit bei stolzen 10,3 Prozent. Lenze: "Ich bin sehr dankbar, dass die Ausbildungsbereitschaft im bayerischen Handwerk nach wie vor ungebrochen ist."
Trotz dieser hervorragenden Zahlen stelle das Handwerk seine Bemühungen auf dem Lehrstellenmarkt noch lange nicht ein, so der BHT-Hauptgeschäftsführer weiter. Wie in jedem Jahr beteiligen sich die bayerischen Handwerkskammern wieder gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern an den Nachvermittlungsaktionen der Agenturen für Arbeit. Lenze: "Diese sind zwar noch nicht vollständig abgeschlossen, doch in Oberbayern z.B. ist die momentane Situation auf dem Lehrstellenmarkt sogar so gut, dass von zehn Nachvermittlungsaktionen fünf mangels Bewerbern abgesagt werden mussten. Das sind Mangelerscheinungen, die man gerne öfters hätte!" Es sei allerdings damit zu rechnen, dass diese Situation in Zukunft die Regel werde, wenn aufgrund des demographischen Wandels die Schulentlasszahlen spürbar zurückgehen, erklärte der BHT-Hauptgeschäftsführer.
Um im Wettbewerb um die besten Lehrlinge weiterhin zu bestehen, hat der BHT in diesem Jahr die Nachwuchskampagne "Macher gesucht" gestartet. Knapp 1.000 Jugendliche wollten bei der Aktion mitmachen, die sich an den Casting-Shows im Fernsehen orientiert. Bei neun Regional-Castings wurden zunächst 25 Jugendliche für das Finale in der Bavaria-Filmstadt ermittelt. "Bemerkenswert ist, dass die drei Supermacher sowie die Gewinnerin des Sonderpreises aus allen Schularten einschließlich der Förderschule kommen. Mit dieser Aktion hat das Handwerk den Nerv der Jugendlichen getroffen und sich auch gegenüber Eltern und Lehrern als leistungsstarker, fortschrittlicher und attraktiver Wirtschaftsbereich präsentiert. Daher haben wir gestern beschlossen, die Kampagne auch im nächsten Jahr fortzuführen", berichtete Lenze.
Am Beispiel der Neuregelung des Bilanzrechts zeigte der BHT-Hauptgeschäftsführer auf, wie wichtig es für das bayerische Handwerk ist, sich bei Maßnahmen der Europäischen Union, die in der Praxis verheerende Auswirkungen für die Betriebe haben können, rechtzeitig einzumischen. Ursprünglich hätten die IFRS-Bilanzierungsstandards nach amerikanischem Muster europaweit auch für kleine und mittlere Unternehmen eingeführt werden sollen. Lenze: "Dies hätte für den Mittelstand ein erhebliches Mehr an Kosten und Bürokratie bedeutet. Zudem können durch eine Bilanzierung nach IFRS sogar die Eigenkapitalquote geschmälert und Scheingewinne ausgewiesen werden." Die von den USA ausgehende Subprime-Krise zeige, so Lenze weiter, dass die Skepsis des Mittelstands berechtigt war. Gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern, mit dem Genossenschaftsverband und dem Sparkassenverband habe man schon vor einigen Jahren eine Allianz geschmiedet, der sich auch die Steuerberater und die Datev angeschlossen haben. Die geballte Interessenvertretung habe schließlich zum Erfolg geführt, erklärte der BHT-Hauptgeschäftsführer. Lenze: "Es wird mittelständischen Unternehmen weiterhin möglich sein, eine Einheitsbilanz aufzustellen - sie werden zusätzlich sogar noch von Buchführungspflichten entlastet. Und in Brüssel hat das Europäische Parlament die Einführung der IFRS-Bilanzregeln für den europäischen Mittelstand abgelehnt."
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- Pressemitteilung vom 24. Oktober 2008 Le


