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Presse

57. Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks auf Landesebene: Mehr neue Lehrverträge im bayerischen Handwerk

24. Oktober 2008

"Für eine erfolgreiche Zukunft des Handwerks ist die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der entscheidende Faktor", betonte der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), Heinrich Traublinger, MdL a. D., bei der Abschlussfeier des 57. Leistungswettbewerbs des Deutschen Handwerks auf Landesebene am 24. Oktober 2008 in Nürnberg. Die Grundlage dafür werde im Handwerk im dualen Berufsausbildungssystem gelegt.

Das duale System mit den Lernorten Betrieb und Schule sei das leistungsstärkste berufliche Bildungssystem weltweit und bilde auch in Bereichen aus, die in anderen Ländern rein akademisch an Hochschulen vermittelt werden, erklärte der BHT-Präsident. Leider wolle die OECD das nicht begreifen. Immer wieder fordere sie stupide die Erhöhung der Akademikerquote in Deutschland, als ob es das duale System nicht gäbe.

Stolz könne das bayerische Handwerk auch in diesem Jahr auf seine Ausbildungsbilanz sein, so der BHT-Präsident. Zum 30. September liegen den bayerischen Handwerkskammern rund 27.700 neu abgeschlossene Lehrverträge vor. Damit habe man das Rekordergebnis vom Vorjahr sogar noch einmal um ein halbes Prozent steigern können. In Bayern würden Ende September nur noch 1.005 junge Menschen in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit als unversorgt geführt, über 70 Prozent weniger als im Vorjahr. Diesen rund 1.000 Jugendlichen stünden etwa 5.700 unbesetzte Lehrstellen gegenüber, also rein rechnerisch 5,7 freie Lehrstellen pro Bewerber. Traublinger: "Wer angesichts solcher  Zahlen noch immer von einer Lehrstellenlücke spricht, hat den Kontakt zur Realität wohl völlig verloren. Vielmehr erleben wir in Bayern bereits heute eine Bewerberlücke". Im letzten Jahr konnten bereits 6.400 Lehrstellen im bayerischen Handwerk nicht besetzt werden, das sind 17 Prozent des gesamten Angebots. Die augenblickliche Situation lasse befürchten, so der BHT-Präsident, dass dieser Anteil im Jahr 2008 weiter ansteigen werde.

Traublinger betonte, dass das Handwerk seinem starken Berufsnachwuchs attraktive Wege in die Zukunft aufzeige. Für alle Berufe gebe es anspruchsvolle Aufstiegsfortbildungen. Als herausragendes Beispiel nannte Traublinger die in vielen Berufen angebotene Meisterprüfung. Der Handwerksmeister sei die Qualifikation zum selbständigen Unternehmer. Handwerksmeister seien erfolgreiche Fach- und Führungskräfte sowie anerkannte Ausbilder. Meisterbetriebe seien außerdem deutlich erfolgreicher am Markt als Betriebe, die nicht von Meisterhand geführt werden, so der BHT-Präsident.

Traublinger erläuterte, dass neben vielen Fort- und Weiterbildungsangeboten der Bildungszentren des Handwerks seit August diesen Jahres auch die bayerischen Fachhochschulen für alle Handwerksmeister offen stünden. Sie können nun direkt ohne Nachholen eines weiterführenden Schulabschlusses ein fachgebundenes oder betriebswirtschaftliches Studium aufnehmen. Traublinger: "Der Meisterbrief ist somit die Eintrittskarte zum Studium und ersetzt so auch gleich das Fachabitur."





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