Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks

Der "Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks" wurde 1951 zum ersten Mal ausgetragen. Junge Handwerkerinnen und Handwerker traten im ganzen Bundesgebiet an, um unter der damaligen Bezeichnung "Praktischer Leistungswettbewerb der Handwerksjugend" die beste Gesellin oder den besten Gesellen in jedem Beruf zu ermitteln.

Der Leistungswettbewerb zeigt die Vorzüge der betrieblichen Ausbildung, stärkt die Achtung vor der beruflichen Arbeit im Handwerk und wirbt überzeugend in der Öffentlichkeit für die Bedeutung der Ausbildungsleistungen im Handwerk. Darüber hinaus ist er Sprungbrett für die berufliche Weiterentwicklung begabter Lehrlinge, die als Landes- oder Bundessieger/in in die Begabtenförderung der beruflichen Bildung aufgenommen werden können.

Im Durchschnitt gibt es jedes Jahr Preisträgerinnen und Preisträger in rund 120 Handwerksberufen. Das oberbayerische Handwerk ist dabei traditionell sehr erfolgreich und stellte bisher in jedem Jahr einen überproportional hohen Anteil an den besten Gesellinnen und Gesellen auf Bundesebene.

Wie läuft der Wettbewerb ab?

Der Wettbewerb findet jedes Jahr nach den Gesellenprüfungen im Sommer statt und läuft über drei Ebenen:

Zunächst werden auf Kammerebene die besten Gesellinnen und Gesellen in Oberbayern ermittelt. Die jeweiligen Kammersiegerinnen und Kammersieger in den ca. 150 Wettbewerbsberufen sind dann zur Teilnahme auf der nächsten Ebene berechtigt: dem Landeswettbewerb.

Auf der Landesebene messen sich alle bayerischen Kammersiegerinnen und Kammersieger des jeweiligen Wettbewerbsberufes, um die beste Gesellin oder den besten Gesellen Bayerns zu ermitteln.

Die Landessiegerinnen und Landessieger haben nun die Möglichkeit am Bundeswettbewerb teilzunehmen und sich ihren Mitkonkurrenten aus ganz Deutschland zu stellen. Wer sich auch hier durchsetzt, wird am Ende zur Bundessiegerin oder zum Bundessieger gekürt.

Wie werden die Besten ermittelt?

Die Siegerinnen und Sieger der verschiedenen Ebenen werden durch die Prüfungsergebnisse der Abschluss- und Gesellenprüfung, durch Arbeitsproben oder durch Bewertungen des Gesellenstückes ermittelt. Das Verfahren variiert bei den verschiedenen Wettbewerbsberufen.

Wer ist teilnahmeberechtigt?

Teilnahmeberechtigt sind Junghandwerkerinnen und Junghandwerker, die ihre Gesellen- oder Abschlussprüfung in der Zeit vom Winter des Vorjahres bis zum Sommer des Wettbewerbsjahres abgelegt haben. Zum Zeitpunkt der Prüfung darf das 25. Lebensjahr noch nicht überschritten sein und die Prüfungsleistung in der Fertigkeitsprüfung (Praxis) muss mindestens die Note „gut" betragen.

In Ausnahmefällen (Bundeswehr, Elternzeit etc.) gilt als absolute Altersgrenze die Vollendung des 28. Lebensjahres.

Die Gute Form im Handwerk - Handwerker gestalten

Seit 1989 gibt es parallel zum Leistungswettbewerb auch den Gestaltungswettbewerb „Die Gute Form im Handwerk - Handwerker gestalten". Mit diesem Wettbewerb sollen Ästhetik und Kreativität in der Ausbildung stärker akzentuiert werden und zudem eine breitere Öffentlichkeit auf die Bedeutung individueller Formgebung und Gestaltung im Handwerk aufmerksam gemacht werden.

Der Leistungswettbewerb und der Wettbewerb "Die Gute Form" wird auf der Grundlage von bundesweit geltenden Richtlinien des Zentralverbands des Deutschen Handwerks durchgeführt.