Handwerkskammer für München und Oberbayern

Berufliche Bildung

Das Handwerk steht der europäischen Integration seit jeher positiv gegenüber, viele politische Herausforderungen lassen sich in Europa nur gemeinsam lösen. Die schwere Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre hat jedoch gezeigt, wie rasch das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger und der kleinen und mitteleren Betriebe (KMU) in die europäische Idee verloren gehen kann.

Aus Sicht des Handwerks kann eine Politik für Europa nur dann erfolgreich sein, wenn sie drei wesentlichen Prinzipien folgt: der Beachtung des Subsidiaritätsprinzips, dem Abbau überflüssiger Bürokratie und der Schaffung von Transparenz bei Entscheidungsprozessen auf europäischer Ebene.

Das Herzstück des deutschen Mittelstandes

Das Handwerk in Deutschland bildet mit 5,36 Millionen Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 506 Milliarden Euro (Quelle: Zentralverband des Deutschen Handwerks) das Herzstück des deutschen Mittelstands. Das garantiert ein hohes Maß an Beschäftigung und eine im europäischen Vergleich hervorragende Ausbildungsmöglichkeit für junge Menschen.

Duale Berufsausbildung gegen Jugendarbeitslosigkeit

Die schwere Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass Deutschland vor allem wegen seiner hervorragend beruflich qualifizierten Arbeitskräfte so gut dasteht. Die duale Berufsausbildung gilt inzwischen in ganz Europa als zentrale Grundlage für die gute Beschäftigungssituation und die niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland: nur 7 Prozent arbeitslose Jugendliche in Deutschland und sogar nur 2,6 Prozent Jugendarbeitslosigkeit in Oberbayern im europäischen Vergleich sprechen uneingeschränkt für unser leistungsstarkes System der beruflichen Bildung.

Theorie und Praxis

Gerade im Handwerk gewährleisten die duale Berufsausbildung und die Qualifikation zum Handwerksmeister eine ideale Verknüpfung zwischen theoretischer Fähigkeit und praktischer Fertigkeit. Der Meisterbrief als Spitzenqualifikation im Handwerk enthält alle notwendigen fachlichen, betriebswirtschaftlichen und pädagogischen Qualifikationen, um selbstständig ein Unternehmen führen zu können sowie Lehrlinge auszubilden. Das darf auch zukünftig nicht durch europäische Vorgaben gefährdet werden. Überdurchschnittliches Wissen und Können der Handwerksmeisterinnen und -meister sind ein Wettbewerbsvorteil für die Meisterbetriebe. Das Handwerk fordert deshalb, dass die Vorteile der Meisterfortbildung für die Betriebe, die Kunden und die gesamte Volkswirtschaft als Best Practice auch EU-weit anerkannt werden.