BHT: Abiturientenquote: Handwerk warnt vor Fachkräftemangel

02. Januar 2006

Das bayerische Handwerk warnt vor der Kursänderung innerhalb der CSU-Landtagsfraktion, die Abiturientenquote in Bayern unbedingt erhöhen zu wollen. Die Pläne, die Absolventen der M-Klassen an den Hauptschulen und die Realschulabsolventen zur Hochschulreife zu führen, würden einerseits die Qualität des bayerischen Abiturs nach unten drücken und andererseits das System der dualen Berufsbildung in Bayern nachhaltig schwächen. Im bayerischen Handwerk konnten schon bislang nicht alle Lehrstellen besetzt werden, mittelfristig drohe Fachkräftemangel.

Mit einem Anwachsen der Abiturientenquote auf 40 Prozent, wie dies die deutschen Kultusminister verlangen und CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann befürwortet, würde die Zahl der bayerischen Handwerkslehrlinge nochmals um etwa zehn Prozent sinken, befürchtet der Präsident des Bayerischen Handwerkstages Heinrich Traublinger, MdL. Traublinger: "Das wäre fatal für die gesamte bayerische Wirtschaft! Wir brauchen qualifiziert ausgebildete Fachkräfte, die auch unseren Meisternachwuchs stellen, genauso wie die Akademiker." Das duale Berufsbildungssystem biete ja auch die Möglichkeit des Studiums nach erfolgreicher Berufsausbildung und beispielsweise der Weiterbildung zum Meister.