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Finanzielle Unterstützung für Ausbildungsbetriebe

Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" soll verhindern, dass auf die Corona-Krise eine Krise auf dem Ausbildungsmarkt folgt

Für die Unterstützung von Ausbildungsbetrieben, die trotz erheblicher wirtschaftlicher Schwierigkeiten weiter ausbilden, stellt die Bundesregierung in den Jahren 2020 und 2021 bis zu 500 Millionen Euro bereit.

Das Bundeskabinett hat am 24. Juni 2020 Eckpunkte für ein Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ beschlossen. Es soll verhindern, dass die Corona-Krise eine Krise auf dem Ausbildungsmarkt zur Folge hat, und sicherstellen, dass insbesondere auch nach der Corona-Krise in Deutschland die Fachkräfte zur Verfügung stehen, die gebraucht werden.

Im Einzelnen

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit bis zu 249 Beschäftigten sollen zeitlich befristet Unterstützung erhalten, damit sie trotz erheblicher Betroffenheit durch die COVID-19-Krise ihre Ausbildungsaktivitäten aufrechterhalten.

1. Ausbildungsprämie (Ausbildungsangebot fortführen)
Unternehmen, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, werden mit einer Ausbildungsprämie von 2.000 Euro für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag gefördert.

2. Ausbildungsprämie (Ausbildungsangebot erhöhen)
Erhöhen KMU ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren, erhalten sie für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag 3.000 Euro.

Für beide Ausbildungsprämien gilt
Sie werden nach Ablauf der Probezeit gezahlt. Vorausgesetzt wird, dass das Unternehmen in der ersten Hälfte des Jahres 2020 wenigstens einen Monat Kurzarbeit durchgeführt hat oder der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist.

3. Vermeidung von Kurzarbeit
KMU, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls (mindestens 50 Prozent) ihre Ausbildungsaktivitäten ohne Kurzarbeit für Auszubildende sowie deren Ausbilder fortsetzen, werden mit 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat gefördert, in dem dies der Fall ist.

4. Auftrags- und Verbundausbildung
Wenn KMU die Ausbildung zeitweise nicht fortsetzen können, können insbesondere andere KMU zeitlich befristet (und zwar für mindestens sechs Monate) die Ausbildung übernehmen und dafür eine Förderung erhalten. Dies gilt, wenn der Geschäftsbetrieb des ursprünglich ausbildenden KMU vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Auflagen betroffen ist, die eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs maßgeblich behindern.

5. Übernahmeprämie
KMU, die Auszubildende aus Corona-bedingt insolventen KMU bis zum Abschluss ihrer Ausbildung übernehmen, erhalten je Auszubildendem eine Prämie von 3.000 Euro.

Einzelheiten zu den Fördervoraussetzungen sind noch nicht bekannt bzw. müssen – da bisher nur Eckpunkte vorliegen – noch beschlossen werden. Wir informieren Sie auf unserer Webseite, sobald Details bekannt sind.



Presseerklärung des Bayerischen Handwerkstages vom 24. Juni 2020

 Bayerisches Handwerk zum Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"
 Peteranderl: "Hilfe mit der Gießkanne, nicht mit der Pipette" 

Ansprechpartner

Marcus Halder
Sachgebietsleitung Ausbildungsberatung und Berufsbildungsrecht

Telefon 089 5119-207
Fax 089 5119-392
marcus.halder--at--hwk-muenchen.de



Weitere Informationen

Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

 Aktuelle Information der Bundesregierung
 Bundesministerium für Bildung und Forschung: Ausbildungsplätze sichern - Das sollten KMU jetzt wissen

Informationen der Bundesagentur für Arbeit

Infoblatt zum Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" u.a.