Steuerliche Abzugsfähigkeit von Handwerksleistungen: Gesetz spart Kunden bares Geld

30. Januar 2006

Seit dem 1. Januar sind bestimmte Handwerksleistungen als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich abzugsfähig. Der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Heinrich Traublinger, MdL, begrüßt den mittelstandsfördernden Beschluss der Bundesregierung: "Die steuerliche Abzugsfähigkeit von Handwerksleistungen spart den Kunden bares Geld, führt zu mehr Aufträgen und hilft damit unseren Betrieben, Arbeits- und Ausbildungsplätze zu erhalten."

Der Steuerbonus beträgt 20 Prozent von maximal 3.000 Euro für Erhaltungs-, Modernisierungs- oder Renovierungsmaßnahmen, die im Privathaushalt des Mieters oder des Eigentümers, d.h. im selbst genutzten Einfamilienhaus bzw. der Eigentumswohnung, erbracht werden – höchstens 600 Euro im Jahr. Es handelt sich hierbei um eine maximale Jahresförderung pro Haushalt, die nur für die Arbeitskosten und die darauf entfallende Mehrwertsteuer gewährt wird. Materialkosten oder sonstige gelieferten Waren sind nicht begünstigt. Zusätzlich wird ein Steuerbonus von ebenfalls höchstens 600 Euro im Jahr für allgemeine sonstige haushaltsnahe Dienstleistungen gewährt, etwa für die Wohnungsreinigung.

Um sich den Steuerbonus für Handwerksleistungen zu sichern, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein: Die Handwerkerrechnung muss unbedingt die Mehrwertsteuer ausweisen. Da die Jahresförderung nur für die Arbeitskosten und die darauf entfallende Mehrwertsteuer gewährt wird, sollten diese auch als separate Beträge auf der Rechnung stehen. Weiterhin muss der Rechnungsbetrag direkt auf das Konto des Handwerksbetriebs überwiesen werden, d.h. Barzahlungen werden nicht anerkannt. Der Nachweis darüber erfolgt entweder durch den Überweisungsbeleg oder den Kontoauszug der Bank. Ebenso dürfen sowohl die Leistung als auch die Zahlung erst nach dem 31. Dezember 2005 erfolgt sein. Die Rechnung wird im Rahmen der jährlichen Einkommensteuererklärung eingereicht und der Steuerbonus von der festgesetzten Einkommensteuerschuld abgezogen.

Beispiel:
Für das Kacheln eines Badezimmers stellt der Fliesenleger eine Rechnung über 2.000 Euro zzgl. 16 % MwSt. (320 Euro). Die Materialkosten belaufen sich auf 500 Euro, die Arbeitskosten auf 1.500 Euro.

Der Steuerbonus berechnet sich wie folgt:
1.500 Euro (Arbeitskosten) zzgl. 16 % MwSt. (240 Euro) =
1.740 Euro x 20 % Förderung = 348 Euro Steuerbonus.