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Florian Pircher / pixabay.com

Überbrückungshilfe Corona III - Neustarthilfe für Soloselbständige - Eigenkapitalzuschuss

Verbesserungen bei der Überbrückungshilfe III und ein neuer Eigenkapitalzuschuss beschlossen

Hinweis

Details zur Überbrückungshilfe III und zur Neustarthilfe für Soloselbständige finden Sie auch in den FAQs des Bundes, die Inhalte und Beispiele haben wir auf dieser Seite für Sie zusammengefasst.

Stand der Informationen

 6. April 2021

Aktuell

Für den Zeitraum November 2020 bis Juni 2021 ist die Fortsetzung der Überbrückungshilfe (= Überbrückungshilfe III) mit der Möglichkeit der Erstattung von Fixkosten beschlossen worden.

Die Überbrückungshilfe III umfasst auch die sogenannte „Neustarthilfe“. Damit soll der besonderen Situation von Unternehmen Rechnung getragen werden, die nur geringe, bzw. keine Fixkosten ausweisen können und wahlweise eine Pauschale bis maximal 7.500 Euro beantragen möchten.

Anträge auf Überbrückungshilfe III und Neustarthilfe können bis zum 31. August 2021 gestellt werden.

Aktuelle Verbesserungen bei der Überbrückungshilfe III und der Neustarthilfe sind beispielsweise:

  • Antragsberechtigung von jungen Unternehmen bis zum Gründungsdatum 31. Oktober 2020.
  • Erhöhung der Fixkostenerstattung der Überbrückungshilfe III für Unternehmen, die einen Umsatzeinbruch von mehr als 70 Prozent erleiden, auf bis zu 100 Prozent.
  • Für Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft wird, zusätzlich zur allgemeinen Personalkostenpauschale, für jeden Fördermonat eine Anschubhilfe in Höhe von 20 Prozent der Lohnsumme (Gesamtförderhöhe maximal 2 Millionen Euro) eingeführt, die im entsprechenden Referenzmonat 2019 angefallen wäre.
  • Zusätzlich kann die Veranstaltungs- und Kulturbranche Ausfall- und Vorbereitungskosten, die bis zu 12 Monate vor Beginn des geplanten Veranstaltungsdatums angefallen sind, geltend machen.
  • Antragstellern der Überbrückungshilfe III wird in begründeten Härtefällen die Möglichkeit eingeräumt, alternative Vergleichszeiträume zur Ermittlung des Umsatzrückgangs im Jahr 2019 zu wählen. Was dabei ein begründeter Härtefall ist, wird noch abzuwarten sein.
  • Unternehmen und Soloselbstständige erhalten ein nachträgliches Wahlrecht zwischen Neustarthilfe und Überbrückungshilfe III zum Zeitpunkt der Schlussabrechnung. So kann die im Einzelfall günstigste Hilfe aufgrund des unsicheren Verlaufs der ökonomischen Entwicklung nachträglich bestimmt werden.

Unternehmen, die im Rahmen der Corona-Pandemie besonders schwer und über eine sehr lange Zeit von Schließungen betroffen sind, erhalten einen neuen zusätzlichen Eigenkapitalzuschuss.

Die Antragstellung der Überbrückungshilfe III und der Neustarthilfe für Kapitalgesellschaften erfolgt nur über einen prüfenden Dritten (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer und Rechtsanwälte).

Die Antragstellung der Neustarthilfe für Soloselbständige und auch für Personengesellschaften (voraussichtlich ab Mitte April) erfolgt in der Regel direkt über eine bundeseinheitliche IT-Plattform, hierzu muss eine Identifizierung über ein ELSTER-Zertifikat erfolgen. Neu hierbei ist allerdings ein Wahlrecht, den Antrag auch über einen prüfenden Dritten stellen zu können.

Die Antragstellung des Eigenkapitalzuschusses soll nach Anpassung des Programms der Überbrückungshilfe III ebenfalls über die bekannte IT-Plattform erfolgen.

Beratungskosten für prüfende Dritte im Zusammenhang mit der Antragstellung und einer Schlussabrechnung sind anteilig förderfähig.

Es handelt sich bei der Überbrückungshilfe III und bei der Neustarthilfe für Soloselbständige um einen steuerbaren Zuschuss.

Der Bund hat für die Unterstützung der Unternehmen bei der Antragstellung eine Hotline und ein Kontaktformular eingerichtet. Die IHK-München und Oberbayern hat als Bearbeitungsstelle der Anträge einen Leitfaden zur Beantragung der Neustarthilfe erstellt.

Auf folgender Übersicht des Bundesfinanzministeriums oder auf deren Internetseite finden Sie eine hilfreiche Übersicht aktueller Corona-Hilfen.

2021-02-03-aktuelle-corona-hilfen
Bundesministerium der Finanzen



Hinweis

Betriebe, die aufgrund des Beschlusses vom 28. Oktober 2020 (Lockdown light) bereits schließen mussten, haben je nach Branche (z.B. Kosmetik) auch einen Anspruch auf die außerordentlichen Wirtschaftshilfen für November und Dezember. Unternehmen, die November- und/oder Dezemberhilfe erhalten, sind allerdings dann für die Überbrückungshilfe III für November 2020 und/oder Dezember 2020 nicht antragsberechtigt.





Überbrückungshilfe III im Detail

Förderfähig sind bei der Überbrückungshilfe III, wie bisher bereits auch, fortlaufende, nicht einseitig veränderbare Fixkosten, wie z. B. Mieten/Pachten, Zinsen für Kredite und Darlehen und andere feste Ausgaben gemäß einer Aufstellung, die Sie in den FAQs des Bundes (Punkt 2.4.) einsehen können.

Lebens­haltungs­kosten oder ein Unternehmerlohn sind nicht förderfähig.

Bei der Überbrückungshilfe III sind die erstattungsfähigen Fixkosten im Vergleich zur Überbrückungshilfe II erweitert worden, diese finden Sie in den FAQs des Bundes unter dem Punkt 2.4 und zusätzlich für die Veranstaltungs- und Kulturbranche unter dem Punkt 2.6.

Zur Veranstaltungs- und Kulturbranche gehören beispielsweise:

  • Messebau (Aufbau und Abbau von Messeständen)
  • Auf- und Abbau, Gestaltung von Bühnen
  • Herstellung von Musikinstrumenten
  • Caterer und Erbringung sonstiger Verpflegungsdienstleistungen
  • Fotografen und Fotolabore
  • Veranstaltungstechnik
  • Visagist, Maskenbildner, Make-Up Artist
  • Dienstleistungen im Bereich Veranstaltungstechnik

Der Erstattungsbetrag beträgt bis zu 1,5 Millionen Euro pro Fördermonat. Die Erstattung der förderfähigen Fixkosten erfolgt in Abhängigkeit des Umsatzrückgangs (typischerweise im Vergleich zum entsprechenden Monat im Jahr 2019) und unter der Berücksichtigung beihilferechtlicher Regelungen

Um Unternehmen zeitnah zu unterstützen, sind Abschlagszahlungen in Höhe von 50 Prozent der beantragten Förderung (maximal 100.000 Euro pro Monat bzw. insgesamt bis zu 800.000 Euro) möglich.  

1. Programmlaufzeit

Die dritte Phase der Überbrückungshilfe-Corona hat eine Laufzeit von November 2020 bis Juni 2021, eine Antragstellung ist bis zum 31. August 2021 möglich.

2. Antragsberechtigte Unternehmen, Referenzumsatz

Antragsberechtigt sind grundsätzlich:

  • Unternehmen, Soloselbständige im Vollerwerb und Angehörige der freien Berufe, die vor dem 1. November 2020 gegründet wurden und die in einem Monat einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum jeweiligen Referenzmonat im Jahr 2019 erlitten haben. Sie können die Überbrückungshilfe III für den betreffenden Monat beantragen, ein darüberhinausgehender Nachweis entfällt.

Wahlweise zur Ermittlung des Referenzumsatzes können:

  • Kleine und Kleinstunternehmen sowie Soloselbständige oder selbständige Angehörige der freien Berufe als Vergleichsgröße den jeweiligen monatlichen Durchschnitt des Jahresumsatzes 2019 zum Vergleich heranziehen.

  • Junge Unternehmen, Soloselbständige oder selbständige Angehörige der freien Berufe die zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 30. April 2020 gegründet, bzw. ihre Tätigkeit aufgenommen haben, als Vergleichsumsatz:
  1. den durchschnittlichen monatlichen Umsatz des Jahres 2019 heranziehen, oder
  2. den durchschnittlichen Monatsumsatz der beiden Vorkrisenmonate Januar und Februar 2020, oder
  3. den durchschnittlichen Monatsumsatz in den Monaten Juni bis September 2020 in Ansatz bringen,
  4. alternativ auf den monatlichen Durchschnittswert des geschätzten Jahresumsatzes 2020, der bei der erstmaligen steuerlichen Erfassung beim zuständigen Finanzamt im „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ angegeben wurde, abstellen.

Eine Doppelförderung ist ausgeschlossen, daher sind Unternehmen, die November- bzw. Dezemberhilfe erhalten haben, für diese beiden Monate nicht antragsberechtigt, Leistungen nach der Überbrückungshilfe II für diese Monate werden angerechnet.

3. Erstattungsbetrag und Form der Auszahlung

Der Erstattungsbetrag der förderfähigen betrieblichen Fixkosten beträgt maximal bis zu 1,5 Millionen Euro pro Fördermonat.

Für Junge Unternehmen, Soloselbständige oder selbständige Angehörige der freien Berufe die zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 30. April 2020 gegründet, bzw. ihre Tätigkeit aufgenommen haben, beträgt die Höhe der Überbrückungshilfe insgesamt maximal 1,8 Millionen Euro.

Um Unternehmen zeitnah zu unterstützen, sind Abschlagszahlungen in Höhe von 50 Prozent der beantragten Förderung bis maximal 100.000 Euro für einen Fördermonat möglich.

Allerdings gelten die Obergrenzen des europäischen Beihilferechts. Die Unternehmen, die vor dem 1. Januar 2019 gegründet wurden, können wählen, nach welcher beihilferechtlichen Regelung sie die Überbrückungshilfe III beantragen:

  • Zuschusshöhe von bis zu 1,8 Millionen Euro auf Basis der dritten geänderten Bundesregelung Kleinbeihilfen 2020. Hier ist kein Nachweis von Verlusten notwendig.

  • Zuschusshöhe bis 10 Millionen Euro auf Basis der „Bundesregelung Fixkostenhilfe 2020“ . Zu beachten ist hier, dass entsprechende Verluste nachgewiesen werden müssen. Eine Förderung ist je nach Unternehmensgröße bis zu 70 bzw. 90 Prozent der ungedeckten Fixkosten möglich.

Unternehmen, die zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 30. April 2020 gegründet wurden, fallen in jedem Fall unter die „Dritte Geänderte Bundesregelung Kleinbeihilfen 2020“.

Weitere Informationen zu den beihilferechtlichen Regelungen finden Sie in den entsprechenden FAQs des Bundes.

Soloselbständige können statt einer Einzelerstattung von Fixkosten eine einmalige Betriebskostenpauschale – „Neustarthilfe“ – in Höhe von maximal 7.500 Euro ansetzen.

4. Fördersätze

Die Höhe der Zuschüsse orientiert sich am Rückgang des Umsatzes im Vergleich zum entsprechenden Monat des Jahres 2019 und ist gestaffelt:

  • bis zu 100 Prozent der Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch
  • bis zu 60 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50 Prozent und 70 Prozent
  • bis zu 40 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 30 Prozent und unter 50 Prozent

Die Berechnung wird dabei jeweils für jeden Monat einzeln vorgenommen. Liegt der Umsatzeinbruch in einem Fördermonat bei weniger als 30 % gegenüber dem Vergleichsmonat, entfällt die Überbrückungshilfe III für den jeweiligen Fördermonat.

5. Schlussabrechnung

Nach Ablauf des letzten Fördermonats bzw. nach Bewilligung, spätestens jedoch bis 30. Juni 2022, legt der Antragstellende über den von ihm beauftragten einen prüfenden Dritten eine Schlussabrechnung über die von ihm empfangenen Leistungen vor. Darin wird der tatsächlich entstandene Umsatzrückgang im Zeitraum November 2020 bis Juni 2021 und der tatsächlich erzielte Umsatz im jeweiligen Fördermonat im Verhältnis zum Vergleichsmonat bestätigt.

Liegt der Umsatzrückgang im Fördermonat bei weniger als 30 % im Vergleich zum Umsatz des Vergleichsmonats, entfällt die Überbrückungshilfe anteilig für den jeweiligen Fördermonat. Eine Überkompensation ist zurückzuzahlen. Sollten die tatsächlichen Umsatzrückgänge und/oder tatsächlich angefallenen förderfähigen Fixkosten höher ausfallen als bei der Antragstellung angegeben, erfolgt auf entsprechenden Antrag im Rahmen der Schlussabrechnung eine Aufstockung der Überbrückungshilfe.

Unternehmen und Soloselbstständige haben ein nachträgliches Wahlrecht zwischen Neustarthilfe und Überbrückungshilfe III zum Zeitpunkt der Schlussabrechnung. So kann die im Einzelfall günstigste Hilfe aufgrund des unsicheren Verlaufs der ökonomischen Entwicklung nachträglich bestimmt werden.



Weitere Details zur Überbrückungshilfe III entnehmen Sie bitte den FAQs des Bundes.

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 Übersichtsseite Corona



Eine Antragstellung ist bis 31. August 2021 möglich.

Für die Antragstellung wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer.



Weitere Informationen

 Ansprechpartner betriebswirtschaftliche Beratung
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie
 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
 Bundesministerium der Finanzen
FAQs des Bundes





Neustarthilfe im Detail

Im Rahmen der Überbrückungshilfe III gibt es auch die „Neustarthilfe“. Soloselbständige sowie Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften mit höchstens einer Teilzeitkraft, die durch Corona Schaden erleiden, werden von Januar 2021 bis Juni 2021 mit der Neustarthilfe unterstützt. Dabei handelt es sich um eine Umsatzerstattung. Die Neustarthilfe ist aufgrund ihrer Zweckbindung nicht auf Leistungen der Grundsicherung u. ä. anzurechnen.

Die bereits bei der Überbrückungshilfe III beschriebene Erstattung von förderfähigen Fixkosten wird um eine einmalige Betriebskostenpauschale in Höhe von bis zu 7.500 Euro (Mehr-Personen-Kapitalgesellschaft maximal 30.000 Euro) ergänzt.

Damit können Soloselbständige, die im Rahmen der Überbrückungshilfen III sonst keine Fixkosten geltend machen können, aber dennoch hohe Umsatzeinbrüche hinnehmen mussten, einmalig 50 Prozent des entsprechenden Referenzumsatzes 2019 ansetzen. Dieser beträgt im Regelfall 50 Prozent des Gesamtumsatzes 2019, damit beträgt die Betriebskostenpauschale normalerweise 25 Prozent des Jahresumsatzes 2019. 

1. Antragsberechtigt sind

Soloselbständige, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften, die

  • vor dem 1. November 2020 gegründet wurden. Als Datum für die Aufnahme der selbständigen Tätigkeit zählt der Tag, an dem der Betrieb beim Finanzamt angemeldet wurde
  • höchstens eine Teilzeitkraft beschäftigen
  • ansonsten im Rahmen der Überbrückungshilfen III keine Fixkosten geltend machen bzw. geltend machen können
  • die Überbrückungshilfe III nicht in Anspruch genommen haben.
  • ihr Einkommen im Referenzzeitraum (im Normalfall das Jahr 2019) im Haupterwerb zu mindestens 51 Prozent aus gewerblichen Tätigkeiten erzielen

Für Soloselbständige und Personengesellschaften gilt zusätzlich:

  • Antragsteller und Empfänger ist der Antragsteller, bei einer Personengesellschaft der jeweilige Gesellschafter und nicht die Gesellschaft.
  • Gesellschafter mehrerer Personengesellschaften, können die (anteiligen) Umsätze aus allen Personengesellschaften geltend machen, deren Gesellschafter sie sind.

Für Kapitalgesellschaften mit einem Gesellschafter gilt zusätzlich:

  • die Kapitalgesellschaft ist Antragsteller und Empfänger der Neustarthilfe
  • wird zu 100 Prozent von ihrem Gesellschafter gehalten
  • der Gesellschafter arbeitet mindestens 20 Stunden pro Woche für die Gesellschaft

Für Kapitalgesellschaften mit mehreren Gesellschaftern gilt zusätzlich:

  • die Kapitalgesellschaft ist Antragsteller und Empfänger der Neustarthilfe
  • wird von mindestem einem ihrer Gesellschafter zu 25 Prozent oder mehr gehalten und dieser Gesellschafter arbeitet mindestens 20 Stunden pro Woche für die Gesellschaft

2. Höhe der Neustarthilfe, Referenzumsatz

Der Förderzeitraum für die Neustarthilfe ist Januar bis Juni 2021 (sechs Monate), sie wird als Vorschuss ausgezahlt.

Die Betriebskostenpauschale beträgt einmalig 50 Prozent des sechsmonatigen Referenzumsatzes, maximal aber 7.500 Euro für Soloselbständige und Ein-Personen-Kapitalgesellschaften sowie bis zu 30.000 Euro für Mehr-Personen-Kapitalgesellschaften. 

Bei Mehr-Personen-Kapitalgesellschaften hängt die maximale Auszahlung davon ab, wie viele der Gesellschafter mindestens 25 Prozent der Anteile an der Gesellschaft halten und gleichzeitig mindestens 20 Stunden pro Woche für diese arbeiten.

Der für Soloselbständige und Ein-Personen-Kapitalgesellschaften gültige Höchstbetrag von 7.500 Euro wird mit der Anzahl der Gesellschafter multipliziert, die diese Voraussetzungen erfüllen. Wenn vier Gesellschafter diese Kriterien erfüllen, beträgt die maximale Auszahlung 30.000 Euro. Stichtag für die Ermittlung der Anzahl der so zu berücksichtigenden Gesellschafter ist der 31.12.2020.

Der volle Betrag wird gewährt, wenn ansonsten keine Fixkosten geltend gemacht werden und der Umsatz während der sechsmonatigen Laufzeit Januar bis Juni 2021 im Vergleich zu einem sechsmonatigem Referenzumsatz 2019 um 60 Prozent oder mehr zurückgegangen ist.

Um den Referenzumsatz 2019 zu bestimmen, wird der durchschnittliche monatliche Umsatz des Jahres 2019 zugrunde gelegt (Referenzmonatsumsatz). Der Referenzumsatz ist das Sechsfache dieses Referenzmonatsumsatzes. Zur Berechnung werden den Umsätzen aus freiberuflicher und gewerblicher Tätigkeit Einnahmen aus nichtselbständigen Tätigkeiten hinzugerechnet. Zu den Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit zählen auch steuerfreie Lohnersatzleistungen.

Betroffene, die ihre selbständige Tätigkeit zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 30. April 2020 begonnen haben, können als Referenzmonatsumsatz entweder:

  • den durchschnittlichen monatlichen Umsatz über alle vollen Monate der Geschäftstätigkeit im Jahr 2019,
  • den durchschnittlichen Monatsumsatz der beiden Vorkrisenmonate Januar und Februar 2020
  • oder den durchschnittlichen Monatsumsatz des 3. Quartals 2020 (1. Juli bis 30. September 2020) heranziehen.

Beispiele zur Berechnung des Referenzumsatzes und der Höhe der Neustarthilfe finden Sie in den FAQs des Bundes unter dem Punkt 3.2.

3. Antragstellung

Soloselbstständige und Personengesellschaften können die einmalige Neustarthilfe als natürliche Person im eigenen Namen direkt über eine bundeseinheitliche IT-Plattform stellen, hierzu müssen sie sich mit einem ELSTER-Zertifikat identifizieren. Neu hierbei ist allerdings ein Wahlrecht, den Antrag auch über einen prüfenden Dritten stellen zu können.

Die Antragstellung für Personengesellschaften soll ab Mitte April möglich sein.

Die Antragstellung auf Neustarthilfe über prüfende Dritte ist damit nur noch für Kapitalgesellschaften verpflichtend.

4. Form der Auszahlung und eventuelle Rückzahlungen

Die Neustarthilfe wird zu Beginn der Laufzeit als Vorschuss ausgezahlt, die konkreten Umsatzeinbußen der Monate Januar 2021 bis Juni 2021 werden im Nachhinein erhoben. Die Auszahlung der Neustarthilfe soll in der Regel bereits wenige Tage nach Antragstellung erfolgen.

Es ist eine Endabrechnung der Antragsteller durch Selbstprüfung nach Ablauf des Förderzeitraums, jedoch spätestens bis zum 31. Dezember 2021, zu erstellen. Unternehmen und Soloselbstständige haben hierbei ein nachträgliches Wahlrecht zwischen Neustarthilfe und Überbrückungshilfe III zum Zeitpunkt der Schlussabrechnung. So kann die im Einzelfall günstigste Hilfe aufgrund des unsicheren Verlaufs der ökonomischen Entwicklung nachträglich bestimmt werden.

Im Rahmen der Selbstprüfung sind etwaige Einkünfte aus abhängiger Beschäftigung zu den Umsätzen aus selbständiger Tätigkeit zu addieren.

Sollte der tatsächliche Umsatz in diesem Zeitraum über 40 Prozent des sechsmonatigen Referenzzeitraums liegen, sind die Vorschusszahlungen so anteilig zurückzuzahlen, dass in Summe der erzielte Umsatz und die Förderung 90 Prozent des Referenzumsatzes nicht überschreiten.

Beispiele:

Förderung in % des Referenzumsatzes
Umsatz in Förderzeitraum in % des Referenzumsatzes
Rückzahlung in % des Referenzumsatzes
50 %
80 %
40 % (50 % + 80 % = 130 %)
50 %
60 %
20 % (50 % + 60 % = 110 %)
50 %
50 %
10 % (50 % + 50 % = 100 %)
50 %
40 %
0 (50 % + 40 % = 90 %)

So ist beispielsweise bei einem tatsächlichen Umsatz von 60 Prozent des Referenzumsatzes im Betrachtungszeitraum die Differenz zur ausgezahlten Förderung (110 Prozent - 90 Prozent = 20 Prozent) zurückzuzahlen, 30 Prozent des Referenzumsatzes dürfen als Förderung behalten werden. Liegt der erzielte Umsatz bei 90 Prozent oder mehr, so ist die Neustarthilfe vollständig zurückzuzahlen. Wenn die so errechnete Rückzahlung unterhalb einer Schwelle von 250 Euro liegt, ist keine Rückzahlung erforderlich.

Beispiel:

Ein Soloselbständiger hat einen Referenzumsatz von 10.000 Euro und erzielt im Förderzeitraum einen Umsatz von 60 Prozent des Referenzumsatzes. Von den 5.000 Euro Betriebskostenpauschale („Neustarthilfe“), den er erhalten hat, muss er 2.000 Euro zurückzahlen (20 Prozent des Referenzumsatzes) und darf 3.000 Euro behalten.

Der Bewilligungsstelle sind anfallende Rückzahlungen bis zum 31. Dezember 2021 unaufgefordert mitzuteilen und zu überweisen. Zur Bekämpfung von Subventionsbetrug finden Nachprüfungen statt.



Weitere Details zur Neustarthilfe entnehmen Sie bitte den FAQs des Bundes.

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Ansprechpartner

Die  betriebswirtschaftlichen Berater der Handwerkskammer informieren Sie gerne über die aktuellen Wirtschaftshilfen. 

Eigenkapitalzuschuss im Detail

Unternehmen, die in mindestens drei Monaten im Zeitraum von November 2020 bis Juni 2021 einen Umsatzeinbruch von jeweils mehr als 50 Prozent erlitten haben, erhalten einen Eigenkapitalzuschuss. Dieser dient der Substanzstärkung von Unternehmen und wird zusätzlich zur regulären Förderung der Überbrückungshilfe III gewährt.

Ab wann der Eigenkapitalzuschuss beantragt werden kann, ist noch nicht bekannt!

Der neue Eigenkapitalzuschuss beträgt bis zu 40 Prozent des Betrags, den ein Unternehmen für die förderfähigen Fixkosten nach Nr. 1 bis 11 erstattet bekommt (vgl. Punkt 2.4 der FAQs zur Überbrückungshilfe III des Bundes).

Der Eigenkapitalzuschuss ist gestaffelt und steigt an, je länger Unternehmen einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent erlitten haben. Gezahlt wird er ab dem dritten Monat des Umsatzeinbruchs und beträgt in diesem Monat 25 Prozent. Für die einzelnen Monate ergeben sich somit folgende Fördersätze:

Monate mit Umsatzeinbruch
mindestens 50 Prozent
Höhe des Zuschlags
1. und 2. MonatKein Zuschlag
3. Monat25 Prozent
4. Monat35 Prozent
5. und jeder weitere Monat40 Prozent

Beispiel:

Ein Unternehmen erleidet in den Monaten Januar, Februar und März 2021 einen Umsatzeinbruch von 55 Prozent.

Das Unternehmen hat jeden Monat 10.000 Euro förderfähige Fixkosten (nach Nr. 1 bis 11 aus Punkt 2.4 der FAQs des Bundes) und erhält eine reguläre Förderung aus der Überbrückungshilfe III in Höhe von jeweils 6.000 Euro für Januar, Februar und März (60 Prozent von 10.000 Euro). Es erhält für den Monat März zusätzlich einen Eigenkapitalzuschuss in Höhe von 1.500 Euro (25 Prozent von 6.000 Euro).



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