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Aufträge im Ausland

Wenn Sie einen Auftrag aus dem Ausland erhalten haben, müssen Sie wichtige Details zur internationalen Auftragsabwicklung beachten. Wir geben Ihnen die wichtigsten Unterlagen für Ihre Dienstleistungserbringung im Ausland an die Hand, Tipps für Warenlieferungen im europäischen Binnenmarkt und für Geschäfte mit Drittländern.

Erledigen Sie rechtzeitig vor Auftragsannahme alle Formalitäten!

Wir unterstützen Sie dabei.



EU-Bescheinigung

Trotz der Dienstleistungsfreiheit, die Sie in der EU als Unternehmer genießen, gelten für Sie dieselben Bedingungen, wie sie auch von den Inländern gefordert werden. Sie müssen also die Befähigungsnachweise zur Berufsausübung des Gastlandes vorbringen, was Sie über die sogenannte EU-Bescheinigung nachweisen können.
Die EU-Bescheinigung erhalten Sie von uns. Damit wird bestätigt, dass und wie lange Sie bereits in Ihrem Handwerk in der Handwerksrolle eingetragen sind.





Ansprechpartner für Ihre EU-Bescheinigung

 

Afroditi Vasilopoulou
EU-Bescheinigungen, Teamassistenz

Telefon 089 5119-291
Fax 089 5119-357
afroditi.vasilopoulou--at--hwk-muenchen.de


Entsendung von Mitarbeitern

Melden Sie sich und Ihre Mitarbeiter fristgerecht  vor dem Einsatz im Ausland an! Als EU-Bürger haben Sie das Recht, sich in anderen Mitgliedsstaaten aufzuhalten. Allerdings müssen Sie sich je nach Land bei der zuständigen Ausländerbehörde melden, wenn Sie nicht als Tourist vor Ort sind.



Sozialversicherungspflicht

Selbständige, die sich in einem anderen EU-Mitgliedstaat für weniger als 24 Monate niederlassen, um dort einer Tätigkeit nachzugehen, unterliegen weiterhin der Sozialversicherung ihres Herkunftslandes. Sie benötigen die sog. Bescheinigung A1. Diese Bescheinigung ist für die Behörden des Landes, in dem sie vorübergehend arbeiten, bindend. Folglich dürfen diese keine Sozialbeiträge aufgrund des für Arbeitnehmer geltenden Systems verlangen.

  • Vordruck "A1", auf dem bestätigt wird, dass man weiterhin in Deutschland versichert bleibt von ihrer Krankenkasse oder vom zuständigen Renterversicherungsträger
  • Europäische Krankenversicherungskarte für die Inanspruchnahme unmittelbar notwendiger Sachleistungen (z.B. Arztbesuch bei Erkrankung, Medikamente) von ihrer Krankenkasse.

Wer ohne diese Formulare medizinische Einrichtungen nutzt, muss die Behandlung selbst bezahlen und bekommt allenfalls das Geld von seinem Krankenversicherungsträger rückerstattet.



Umsatzsteuer

Durch die Entstehung des EU-Binnenmarktes sind Zoll- und Steuerformalitäten an den Grenzen abgeschafft worden. Deshalb sind Sie als Unternehmer jetzt verpflichtet, eine vierteljährliche Meldung über den innergemeinschaftlichen Warenverkehr an das Bundesamt in Saarlouis abzugeben.

Bei der Steuererhebung gilt nach wie vor das Bestimmungslandprinzip, das heißt der deutsche Unternehmer kann umsatzsteuerfrei in einen anderen EU-Mitgliedstaat liefern. Der Endkunde muss in seinem Land die Umsatzsteuer bezahlen.

Voraussetzungen für die umsatzsteuerfreie Lieferung ins EU-Ausland sind, dass

  • sie eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer als Art "Binnenmarktpass" für die Ware besitzen
  • die Ware in den anderen Mitgliedstaat auch tatsächlich befördert wurde
  • der Abnehmer im Ausland Unternehmer ist und für diese Lieferung vorsteuerabzugsberechtigt ist.

Ihre Werkleistung im EU-Ausland wird im Ausland besteuert. Es sind allerdings für Sie als gebietsfremden Unternehmer einige Bestimmungen zu beachten:

  • Handelt es sich um eine Werkleistung oder Werklieferung, d.h. woher stammen die  Materialien?
  • Handelt es sich um eine Werkleistung im Zusammenhang mit einem Grundstück oder wird die Leistung an beweglichen Gegenständen (Lohnveredelung) erbracht?
  • Ist Ihr Kunde (der Leistungsempfänger) Privatmann oder Unternehmer?
  • Ist die Leistung für das Unternehmen des Unternehmers bestimmt?
  • Ist der Unternehmer in dem EU-Staat ansässig, in dem Sie Ihre Werkleistung erbringen?
  • Ist der Unternehmer vorsteuerabzugsberechtigt?
  • Muss ein Fiskalvertreter bestellt werden, der die Umsatzsteuer an Ihrer Stelle in dem ausländischen EU-Staat abführt?
  • Kann das sog. "Abzugsverfahren" angewendet werden? (d.h. kann Ihr Kunde/der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer einbehalten und an Ihrer Stelle abführen?)
  • Muss die Rechnung netto oder brutto ausgestellt werden?
  • Welche besonderen Bestimmungen des Umsatzsteuerrechtes gelten in Ihrem Zielland?
  • Kann die Vorsteuer für im EU-Ausland zugekaufte Materialien abgesetzt werden?

Sprechen Sie diese Punkte bitte mit Ihrem Steuerberater durch und prüfen Sie die einzelnen Kriterien genau. Bitte kontaktieren für Ihren individuellen Fall auch die Außenwirtschaftsberatung der Handwerkskammer.



Österreich-Service

Den größten Anteil an Aufträgen im Ausland erhalten unsere Unternehmen im Nachbarland Österreich. Daraus hat sich ein Beratungsschwerpunkt entwickelt und wir können Ihnen hierzu besonders detaillierte Auskünfte geben.



Merkblatt zum Download

Warenlieferung, Zoll

Bei der reinen Warenlieferung in einen Staat außerhalb der EU (Drittland) sind gewisse Zollformalitäten zu beachten. Zunächst muss der Warenwert Ihrer Lieferung bestimmt werden, von der die Notwendigkeit einer Ausfuhranmeldung abhängt.

Mit der genauen Warentarifnummer (erste sechs Stellen) Ihrer Ware können Sie in der Zollinfodatenbank der EU den Zolltarif des jeweiligen Staates erfahren. madb.europa.eu
Sofern Ihnen Ihre Warentarifnummer nicht bekannt ist, kann diese beim Zoll erfragt werden.

Für bestimmte Produkte oder Lieferungen in spezielle Länder ist eine Ausfuhrgenehmigung erforderlich. Das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle prüft, ob es sich bei Ihrer Ware um Güter handelt, die Beschränkungen oder gar Ausfuhrverboten unterliegen.
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle  .

Die EU hat mit einer Vielzahl von Drittstaaten Freihandels-, Präferenz-, Assoziierungs- oder Kooperationsabkommen geschlossen, die eine zollbegünstigte oder gar zollfreie Einfuhr in ein Drittland ermöglichen. Hierfür benötigen Sie jedoch eine sogenannte Warenverkehrsbescheinigung.

Bitte beachten Sie: Die elektronische Zollanmeldung unter zoll.de  ist verpflichtend.

Merkblätter zum Download

Allgemeine Hinweise zum Export

Bei der Abwicklung von Exportgeschäften müssen Sie eine Vielzahl von Aspekten beachten werden, die beim Inlandgeschäft nicht anfallen:

  • Welche Dokumente benötige ich?
  • Was ist eine Handelsrechnung und was muss ich dabei beachten?
  • Wann muss ich eine Proformarechnung ausstellen?
  • Wie kann ich mein Auslandsgeschäft finanzieren und absichern?
  • Welche Zahlungsbedingungen sollte man vereinbaren?
  • Welche Lieferbedingungen sollte man vereinbaren?
  • Gibt es staatliche Förderung für den Export?

Diese und andere Fragen werden auf den Merkblättern geklärt, die für Sie im Downloadbereich zur Verfügung stehen.