Containerschiff, Export
unsplash.com, Axel Ahoi

Aufträge im Ausland

Die wichtigsten Unterlagen für Ihre Dienstleistungserbringung im Ausland, Tipps für Warenlieferungen im europäischen Binnenmarkt und für Geschäfte mit Drittländern.

Das Wichtigste: Erledigen Sie rechtzeitig vor Auftragsannahme alle Formalitäten!



EU-Bescheinigung

Wenn Sie in einem Land der EU Dienstleistungen erbringen wollen, müssen Sie die Befähigungsnachweise zur Berufsausübung des Gastlandes vorbringen. Dies können Sie über die sogenannte EU-Bescheinigung nachweisen.
Die EU-Bescheinigung erhalten Sie von uns. Damit wird bestätigt, dass und wie lange Sie bereits in Ihrem Handwerk in der Handwerksrolle eingetragen sind.

Ansprechpartner für Ihre EU-Bescheinigung

Afroditi Vasilopoulou
EU-Bescheinigungen, Teamassistenz

Telefon 089 5119-355
Fax 089 5119-357
afroditi.vasilopoulou--at--hwk-muenchen.de

Kinga Maria Funk
Außenwirtschaftsberatung, EU-Bescheinigungen

Telefon 089 5119-291
Fax 089 5119-357
kinga-maria.funk--at--hwk-muenchen.de



Entsendung von Mitarbeitern

Wenn Sie und Ihre Mitarbeiter einen Auftrag über der Grenze ausführen, müssen Sie im Gastland gemeldet werden. Wichtig ist, dies fristgerecht  vor dem Einsatz im Ausland zu tun!

Einen ersten Überblick über die wichtigsten Informationen zur Entsendung für Sie als Einzelperson oder auch für Ihre Mitarbeiter finden Sie im Dienstleistungskompass. Dort werden für einzelne Länder sowohl die rechtlichen Rahmenbedingen bei der Entsendung von Mitarbeitern dargestellt als auch die steuerlichen Regelungen der anschließenden Rechnungsstellung. 

Beachten Sie dazu auch immer die aktuellen Änderungen in den jeweiligen Ländern!



Sozialversicherungspflicht

Werden Arbeitnehmer für die Dauer von bis zu 24 Monaten

  • in einen anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union
  • in einen Vertragsstaat des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR)
  • in die Schweiz entsandt

gelten meist die deutschen Rechtsvorschriften über soziale Sicherheit auch während der vorübergehenden Beschäftigung im Ausland weiter. Entsendet ein Arbeitgeber seinen Beschäftigten ins Ausland, hat er hierüber den zuständigen Krankenversicherungsträger im Inland zu informieren. Sie benötigen die sog. Bescheinigung A1. Diese Bescheinigung ist für die Behörden des Landes, in dem sie vorübergehend arbeiten, bindend.

  • Wenn Sie Ihre Beschäftigten ins Ausland entsenden, informieren Sie den zuständigen Krankenversicherungsträger.
  • Zuständig ist die Krankenkasse, bei der der Beschäftigte versichert ist.
  • Für privat Versichter ist die deutsche Rentenversicherung zuständig.
  • Seit Juli 2018 werden die A1-Bescheinigung elektronisch versandt, ab 1. Januar 2019 ist das elektronische Verfahren verpflichtend.

Wer ohne diese Formulare medizinische Einrichtungen nutzt, muss die Behandlung selbst bezahlen und bekommt allenfalls das Geld von seinem Krankenversicherungsträger rückerstattet.



Umsatzsteuer

Durch die Entstehung des EU-Binnenmarktes sind Zoll- und Steuerformalitäten an den Grenzen abgeschafft worden. Deshalb sind Sie als Unternehmer jetzt verpflichtet, eine vierteljährliche Meldung über den innergemeinschaftlichen Warenverkehr an das Bundesamt in Saarlouis abzugeben.

Bei der Steuererhebung gilt nach wie vor das Bestimmungslandprinzip, das heißt der deutsche Unternehmer kann umsatzsteuerfrei in einen anderen EU-Mitgliedstaat liefern. Der Endkunde muss in seinem Land die Umsatzsteuer bezahlen.

Voraussetzungen

Voraussetzungen für die umsatzsteuerfreie Lieferung ins EU-Ausland sind, dass

  • Sie eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer als Art "Binnenmarktpass" für die Ware besitzen
  • die Ware in den anderen Mitgliedstaat auch tatsächlich befördert wurde
  • der Abnehmer im Ausland Unternehmer ist und für diese Lieferung vorsteuerabzugsberechtigt ist.

Zu beachtende Bestimmungen

Ihre Werkleistung im EU-Ausland wird im Ausland besteuert. Es sind allerdings für Sie als gebietsfremden Unternehmer einige Bestimmungen zu beachten:

  • Handelt es sich um eine Werkleistung oder Werklieferung, d.h. woher stammen die  Materialien?
  • Handelt es sich um eine Werkleistung im Zusammenhang mit einem Grundstück oder wird die Leistung an beweglichen Gegenständen (Lohnveredelung) erbracht?
  • Ist Ihr Kunde (der Leistungsempfänger) Privatmann oder Unternehmer?
  • Ist die Leistung für das Unternehmen des Unternehmers bestimmt?
  • Ist der Unternehmer in dem EU-Staat ansässig, in dem Sie Ihre Werkleistung erbringen?
  • Ist der Unternehmer vorsteuerabzugsberechtigt?
  • Muss ein Fiskalvertreter bestellt werden, der die Umsatzsteuer an Ihrer Stelle in dem ausländischen EU-Staat abführt?
  • Kann das sog. "Abzugsverfahren" angewendet werden? (d.h. kann Ihr Kunde/der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer einbehalten und an Ihrer Stelle abführen?)
  • Muss die Rechnung netto oder brutto ausgestellt werden?
  • Welche besonderen Bestimmungen des Umsatzsteuerrechtes gelten in Ihrem Zielland?
  • Kann die Vorsteuer für im EU-Ausland zugekaufte Materialien abgesetzt werden?

Sprechen Sie diese Punkte bitte mit Ihrem Steuerberater durch und prüfen Sie die einzelnen Kriterien genau. Bitte kontaktieren für Ihren individuellen Fall auch die Außenwirtschaftsberatung der Handwerkskammer.



Österreich-Service

Den größten Anteil an Aufträgen im Ausland erhalten unsere Unternehmen in Österreich. Wir beraten Sie daher besonders detailliert zu unserem Nachbarland. Unser Österreich-Merkblatt gibt Ihnen einen ausführlichen Überblick.

Merkblatt zum Download

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Kinga Maria Funk
Außenwirtschaftsberatung, EU-Bescheinigungen

Telefon 089 5119-291
Fax 089 5119-357
kinga-maria.funk--at--hwk-muenchen.de



Warenlieferung, Zoll

Ausfuhranmeldung und Warentarifnummer

Wenn Sie nur Waren in einen Staat außerhalb der EU (Drittland) liefern, müssen Sie Zollformalitäten beachten. Zunächst muss der Warenwert Ihrer Lieferung bestimmt werden. Abhängig davon kann eine Ausfuhranmeldung benötigt werden.

Mit der genauen Warentarifnummer (erste sechs Stellen) Ihrer Ware können Sie in der Zollinfodatenbank der EU den Zolltarif des jeweiligen Staates erfahren: madb.europa.eu  Sofern Ihnen Ihre Warentarifnummer nicht bekannt ist, kann diese beim Zoll erfragt werden.

Ausfuhrgenehmigung

Für bestimmte Produkte oder Lieferungen in spezielle Länder ist eine Ausfuhrgenehmigung erforderlich. Das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle prüft, ob es sich bei Ihrer Ware um Güter handelt, die Beschränkungen oder gar Ausfuhrverboten unterliegen.
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle  .

Die EU hat mit einer Vielzahl von Drittstaaten Freihandels-, Präferenz-, Assoziierungs- oder Kooperationsabkommen geschlossen, die eine zollbegünstigte oder gar zollfreie Einfuhr in ein Drittland ermöglichen. Hierfür benötigen Sie jedoch eine sogenannte Warenverkehrsbescheinigung.

Bitte beachten Sie: Die elektronische Zollanmeldung unter zoll.de  ist verpflichtend.



Allgemeine Hinweise zum Export

Bei der Abwicklung von Exportgeschäften müssen Sie eine Vielzahl von Aspekten beachten werden, die beim Inlandgeschäft nicht anfallen:

  • Welche Dokumente benötige ich?
  • Was ist eine Handelsrechnung und was muss ich dabei beachten?
  • Wann muss ich eine Proformarechnung ausstellen?
  • Wie kann ich mein Auslandsgeschäft finanzieren und absichern?
  • Welche Zahlungsbedingungen sollte man vereinbaren?
  • Welche Lieferbedingungen sollte man vereinbaren?
  • Gibt es staatliche Förderung für den Export?

Diese und andere Fragen werden auf den Merkblättern geklärt, die für Sie im Downloadbereich zur Verfügung stehen.