Franz Xaver Peteranderl
Handwerkskammer für München und Oberbayern
Franz Xaver Peteranderl

Bayerisches Handwerk zum "Rentenpaket"

Peteranderl: "Schnellschüsse führen nicht weiter"

8. November 2018

Der Deutsche Bundestag hat das „Rentenpaket“ beschlossen, das am 1. Januar 2019 in Kraft treten soll. Ziel ist, die gesetzliche Rente bis zum Jahr 2025 auf dem Niveau von 48 Prozent zu halten; zeitgleich soll der Beitragssatz nicht über 20 Prozent steigen. Ferner soll die Absicherung bei Erwerbsminderung verbessert werden. Demnach soll die Zurechnungszeit im Jahr 2019 für Rentenzugänge in einem Schritt auf das Alter von 65 Jahren und acht Monaten angehoben werden. Schließlich sollen die Mütterrente und die Midi-Jobgrenze ausgeweitet werden. „Nach unserer Auffassung besteht in der gesetzlichen Rentenversicherung kein Spielraum für solche Leistungsausweitungen“, betont Franz Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT).

Vielmehr könnte der Rentenbeitrag ohne die geplanten Ausweitungen zum 1. Januar 2019 auf 18,3 Prozent gesenkt werden. Zeitgleich würde das Rentenniveau auf 48,2 Prozent steigen und würde 2025 mit 47,4 Prozent nur knapp unter der geplanten Linie liegen. Mit den vorgesehenen Leistungsausweitungen wird der Beitragssatz nun von 2025 bis 2030 auf 22,2 Prozent steigen. Zudem führt die geplante Erhöhung des Pflegeversicherungsbeitrags um 0,5 Prozentpunkte zum 1. Januar 2019 durch die Wechselwirkung zwischen Pflegebeitrag und Rentengarantie dazu, dass der Rentenbeitragssatz bereits im Jahr 2023 um 0,2 Prozentpunkte höher ausfällt als bisher erwartet. Das im Bundestag beschlossene Rentenpaket geht damit zu Lasten der Beitragszahler und erhöht deren Armutsrisiko. Peteranderl: „Die Altersversorgung muss generationengerecht aufgestellt werden. Die nächste Rentenreform muss gut durchdacht und zukunftsfest ausgestaltet sein. Hierfür wurde die Rentenkommission eingesetzt. Es gilt nun, deren Ergebnisse abzuwarten und dann neu zu diskutieren. Schnellschüsse führen nicht weiter.“

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