KrisenresilienzHandwerk auch im Krisenfall unverzichtbar
18. Juni 2026 – Statement von Präsident Peteranderl
„Das Handwerk ist nicht nur im normalen Leben unverzichtbar, auch in einer Krise müssen die Betriebe ihre Leistungen sicher erbringen können. Krisenresilienz bedeutet deshalb erstens, dass Handwerksbetriebe selbst krisenfest aufgestellt sind, und zweitens, dass das Handwerk eng in die Krisenplanung aller staatlichen Ebenen eingebunden ist“, sagte der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern Franz Xaver Peteranderl.
Der Themenbereich „Krisenresilienz und seine Auswirkungen auf das Handwerk“ wird immer wichtiger, erhält aber gleichzeitig oft immer noch nicht die nötige Aufmerksamkeit. Eine Krise kann dabei vieles sein, von einer Pandemie über eine Naturkatastrophe bis zu einem Spannungsfall oder einem Krieg.
Dazu muss als erstes gewährleistet sein, dass Handwerksbetriebe selbst krisenresilient aufgestellt sind, was von der Sicherung des notwendigen Personals und Know-hows über Material, Energie, Maschinen, Werkzeuge und Betriebsräume bis zur Cybersicherheit reicht. Hier sind rechtzeitig Notfallpläne zu erstellen und auch im ganzen Betrieb einzuüben. Die Handwerksorganisationen helfen dabei gerne mit gezielten Informationen und Beratung.
Handwerksbetriebe erbringen eine Vielzahl von unverzichtbaren Aufgaben für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft – die auch in einer Krisen- bzw. Verteidigungssituation verlässlich erbraucht werden müssen. Beispiele sind hier die Lebensmittelproduktion, der Bau und Ausbau, die Fahrzeuginstandhaltung, die Zulieferung für andere Teile der Wirtschaft, vor allem die Industrie, und die Leistungen der Gesundheitshandwerke.
Es ist deshalb von großer Bedeutung, dass das Handwerk umfassend in die Krisenresilienz-Strategien aller staatlicher Ebenen, sowohl im militärischen als auch im zivilen Bereich, einbezogen wird, damit die Positionen, die Erfahrungen und der Bedarf des Handwerks frühzeitig eingebracht und berücksichtigt werden können. Schließlich gilt es viele Entwicklungen zu beachten, die – wenn ein Krisenfall einmal eintritt – durchaus einschneidende Folgen im Handwerk haben können. Beispiele sind hier Personalabstellungen, Verpflichtungen, Produkte zu liefern oder Dienstleistungen zu erbringen, oder auch Materialrationierungen. Auch die aktuellen Bemühungen der Bundeswehr, ihre Truppenstärke nicht zuletzt mit finanziell attraktiven Angeboten zu erhöhen, oder auch die verstärkte Einziehung von Reservisten zu Wehrübungen, werden durchaus Auswirkungen auf die Nachwuchs- und Fachkräfteversorgung der Handwerksbetriebe haben.
Das Handwerk ist deshalb auf allen politischen Ebenen schon im Gespräch, um die Forderungen des Handwerks in die Krisenplanung einzubringen.