HandwerkskonjunkturKonjunktur Oberbayern 3. Quartal 2026
29. Oktober 2026 – Statement von Präsident Peteranderl
„Die konjunkturelle Lage im Handwerk ist weiterhin angespannt. Hohe Kosten und hohe Zinsen belasten Betriebe und Verbraucher gleichermaßen“, sagte Franz-Xaver-Peteranderl, Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern.
Die wirtschaftliche Lage des oberbayerischen Handwerks hat sich im Laufe des Sommers nicht nachhaltig verbessert. Im Gegenteil: Die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturbefragung zeigen eine Verschlechterung der Stimmung in den Betrieben. Damit stehen die Umfragewerte im Widerspruch zur moderaten Erholung auf gesamtwirtschaftlicher Ebene.
Geschäftslage verhalten
82 Prozent der Handwerksbetriebe bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend. Damit liegt der Index drei Punkte unter dem Vorjahreswert. Die durchschnittliche Betriebsauslastung stieg zwar geringfügig auf 80 Prozent an. Die Unternehmen hatten bei ihrer Lageeinschätzung aber wohl eher die abschmelzenden Auftragspolster im Blick (7,8 Wochen).
Hoher Kostendruck
Stimmungsdämpfer Nummer eins ist aber derzeit der enorme Preisauftrieb. Zwei von drei Betrieben berichten von steigenden Einkaufspreisen in den vergangenen Monaten. Das sind 31 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Auch die allgemeine Inflation zieht derzeit weiter an und kletterte im September wieder auf mehr als drei Prozent. Die gestiegenen Öl-, Gas- und Kraftstoffpreise erhöhen unmittelbar die Betriebskosten vieler Handwerksunternehmen und schmälern zugleich die Kaufkraft der privaten Haushalte.
Bei der Umsatzentwicklung ergibt sich ein gemischtes Bild. Nominal stiegen die Umsätze in den ersten neun Monaten des Jahres um eineinhalb Prozent. Preisbereinigt ergibt sich jedoch ein Rückgang in derselben Größenordnung.
Ausblick: Kein Durchbruch bis Jahresende
Für das 4. Quartal prognostizierte jeder fünfte Befragte eine sich weiter verschlechternde Geschäftslage. Dies waren sechs Punkte mehr als vor einem Jahr. Ein realer Umsatzzuwachs für das Gesamtjahr ist nicht mehr realistisch. Dazu müssten sich endlich privater Konsum und Investitionen spürbar erholen. Umso wichtiger ist es nun, dass die Politik den eingeschlagenen Reformkurs entschlossen weiter fortsetzt.
„Nur durch konsequente Strukturreformen und durchgreifenden Bürokratieabbau können die Standortbedingungen wieder nachhaltig verbessert werden“, betonte Peteranderl.