Die Jahresbestmeisterinnen und -meister 2017 mit Kammerpräsident Franz Xaver Peteranderl, Moderatorin Ursula Heller und Stadtrat Richard Quaas.
Handwerkskammer für München und Oberbayern
Die Jahresbestmeisterinnen und -meister 2017 mit Kammerpräsident Franz Xaver Peteranderl, Moderatorin Ursula Heller und Stadtrat Richard Quaas.

Meisterfeier 2017 der Handwerkskammer

Zeugnisse für 1.571 neue Handwerksmeisterinnen und -meister

2. Dezember 2017

„Heute ist ein echter Festtag. 1.571 neue Meisterinnen und Meister sind für das Handwerk, für die Wirtschaft und für die Gesellschaft insgesamt eine großartige Sache“, betonte Kammerpräsident Franz Xaver Peteranderl bei Deutschlands größter Meisterfeier im Handwerk im ICM der Messe München.

Peteranderl gratulierte den Frauen und Männern zur bestandenen Prüfung: „Die beruflichen Aussichten sind hervorragend. Egal, ob Sie sich selbstständig machen oder eine leitende Stellung als Arbeitnehmer suchen, Fachkräfte mit umfangreichem Wissen und Können sind überall gefragt.“ Auch die Rahmendaten für den Wirtschaftsbereich sind gut: Für 2017 erwartet das oberbayerische Handwerk ein nominales Umsatzplus von 4,5 Prozent.

„Der deutsche Handwerksmeister ist eine Marke, die weltweit hohes Ansehen genießt“, sagte der Kammerpräsident. Daher sei es unverständlich, dass von der Europäischen Union immer wieder die Notwendigkeit der Meistervoraussetzung im Handwerk angezweifelt werde, wie aktuell im Rahmen des Europäischen Dienstleistungspakets. Peteranderl: „Aus unserer Sicht ist der Marktzugang für Dienstleister in der EU längst ausreichend geregelt und funktioniert. Das Dienstleistungspaket bringt keinerlei Erleichterungen für die Betriebe. Stattdessen gibt es viele bürokratische Hürden, die kleine und mittlere Unternehmen bei der grenzüberschreitenden Betätigung einschränken.“ Dagegen lobte der Kammerpräsident die deutlichen Fortschritte bei der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung: „Ich finde nicht, dass Meister unbedingt studieren müssen, auch wenn sie es uneingeschränkt können. Mit abgeschlossener Ausbildung und Meistertitel stehen bereits alle Türen für eine berufliche Karriere offen.“

Mit Blick auf die Gründung eines eigenen Unternehmens empfahl Peteranderl, auch die Übernahme eines bestehenden Betriebs in Erwägung zu ziehen: „In Oberbayern suchen in den nächsten Jahren etwa 8.300 Handwerksunternehmen eine neue Chefin oder einen neuen Chef. Das ist in vielen Fällen eine lohnenswerte Alternative zur klassischen Neugründung.“ Zur Unterstützung hat die Bayerische Staatsregierung 2018 zum „Jahr der Unternehmensnachfolge“ ausgerufen. Erste Ansprechpartner für Übergeber und Übernehmer aus dem Handwerk sind die Betriebsberater der Kammer. Diese beraten neutral und kostenfrei.

Peteranderl nahm auch zur voranschreitenden Digitalisierung im Handwerk Stellung: „Die Rahmenbedingungen werden sich dadurch für unseren Wirtschaftsbereich grundlegend ändern. Die Auswirkungen sind jedoch von Branche zu Branche, oft sogar von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. Auch die Bereiche IT-Sicherheit, Datenqualität und Datenschutz werden immer wichtiger. Darauf müssen sich die Betriebe einstellen. Die Handwerksorganisationen unterstützen sie dabei fachlich und informieren über Förderprogramme.“

Im Namen der Landeshauptstadt gratulierte Stadtrat Richard Quaas: „Der Meistertitel bietet ein hervorragendes Rüstzeug, um im Wettbewerb bestehen zu können. Die Meisterinnen und Meister sichern die Konkurrenzfähigkeit des Handwerks und des Wirtschaftsstandortes München.“ Für kurzweilige Unterhaltung sorgte der Kabarettist und gelernte Schreinermeister Stefan Kröll.

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