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Neue Herausforderungen für die Energiewende

15. Juni 2022 - Statement von Präsident Peteranderl

Hohe Energiepreise und drohende Versorgungsengpässe machen derzeit auch dem Handwerk Sorgen. „Die aktuell schwierige Lage in der Energieversorgung muss zum Anlass genommen werden, über die zukünftige Strategie in der Energiepolitik nachzudenken. Es muss ein Konzept entwickelt werden, das mit unterschiedlichen geopolitischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen vereinbar und damit langfristig tragfähig ist. Der Bayerische Energieplan gibt hier richtige Impulse“, betonte der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern Franz Xaver Peteranderl.

Wichtige Eckpunkte des Bayerischen Energieplans sind:

  • Eine Diversifizierung von Energieimporten und Stromproduktion.
  • Die Verbesserung der Versorgungssicherheit durch die befristete Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken sowie das Überdenken der Stilllegung von Kohlekraftwerken.
  • Weitere Anstrengungen zur Förderung der Wasserstoffwirtschaft.
  • Der Ausbau des Stromnetzes.
  • Vorschläge zu einer Energiepreisbremse.
  • Der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien sowie die Verkürzung von Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Die Vorschläge im Rahmen des Bayerischen Energieplans sind geeignet, die Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit der Energieversorgung zu sichern. Aus Sicht des Handwerks ist zu begrüßen, dass pragmatisch und lösungsorientiert Anstöße für eine Energieversorgung gegeben werden, die robuster, diversifizierter und damit krisenstabiler ist.

Industriestrompreis in Deutschland

Allerdings steht bei vielen Themen der Bund in der Verantwortung. Ein wichtiges Anliegen des Handwerks ist es, dass es im Rahmen von Entlastungsmaßnahmen nicht erneut zu einer Schieflage zu Lasten des Mittelstandes kommt. Mit der „Einführung eines Industriestrompreises in Deutschland“, wie er im Energieplan angeregt wird, drohte erneut eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Wirtschaft und damit eine Verzerrung des Wettbewerbs zu Lasten des Handwerks. Ausnahmen für Großverbraucher sind auf das unbedingt notwendige Maß zu begrenzen, das erforderlich ist, die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

 



 

Robert Fleschütz
Abteilungsleiter Wirtschaftspolitik und Statistik

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