„RIBA - Recycling In Use“ zeigt spannende Beispiele für zirkuläres Bauen
Das Interreg-Projekt „Riba – Recycling in Use“ hat im Rahmen seiner Abschlussveranstaltung durch die Bayern Innovativ GmbH in der Handwerkskammer für München und Oberbayern wertvolle Projektergebnisse präsentiert.
Der Einsatz von recyceltem Baumaterial findet im Tiefbau schon lange statt. Aber auch im Hochbau versucht man, Material einzusparen. Die Veranstaltung hat dabei die dafür notwendigen politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen thematisiert, um Wissenslücken beim Umgang zu schließen.
Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie Tobias Gotthardt lud die Teilnehmenden ein, auch mit der Politik ins Gespräch zu kommen. Hindernisse bei der Umsetzung neuer Baulösungen können nicht immer beseitigt werden, aber sie zu benennen und zu versuchen, gangbare Wege zu finden, sei wichtig.
Kreislaufwirtschaft und rechtliche Herausforderungen
Andrea Heil von der EPEA GmbH versucht Probleme mit großen Abbruchmengen erst gar nicht entstehen zu lassen, indem nach dem Prinzip Cradle-to-Cradle von Beginn der Planung an die Materialien auf ihre Kreislauffähigkeit geprüft werden.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen wurden von Rechtsanwalt Holger Seit sehr plakativ und umfassend dargestellt und eingeordnet. Ein Fazit daraus ist sicher, dass die EU-seitige aber auch nationale Regelungsdichte eine große Belastung für Handwerksbetriebe darstellt, auch wenn sie oft notwendig ist und kein Weg daran vorbeiführt.
Schließlich wurden durch Maria Rehbogen der ZAB Zukunftsagentur Bau GmbH aus Österreich die Innovationsfreude im zirkulären Bauen durch eine dafür erstellte interaktive Landkarte sichtbar gemacht. Dabei wurde auch offensichtlich, dass der Umgang mit diesem Thema in Deutschland im Gegensatz etwa zu Österreich oder der Schweiz vor allem noch von einzelnen Visionären getragen wird.
Praxisbeispiele zeigen das Potenzial zirkulären Bauens
Dass Recyclingbeton in größerem Umfang neuen Beton ersetzen kann, beweist das Dienstleistungszentrum in Eichstätt, das der Landkreis Eichstätt mit dem Bauunternehmen Martin Meier AG realisiert hat. An eine gewerbliche Halle mit Wänden aus Abbruchmaterial und gestampftem Lehm haben sich das Architekturbüro Max Pfaffinger und das Bauunternehmen Irrenhauser und Seit gewagt, die diese Halle selbst nutzen werden.
In noch größeren Dimensionen nach Baukastensystem möchte zukünftig der Projektentwickler Ratisbona denken. Dabei sollen Bauteile bis zu 90 % demontier- und trennbar sein. Auch die bei Supermärkten oft hochversiegelten Außenflächen sollen nachhaltiger gestaltet werden. Ein Prototyp kann in Haimhausen besichtigt werden und stellt für Gemeinden nicht zuletzt auch optisch eine interessante Alternative zu hochversiegelten „Schuhkarton-Märkten“ dar.
Alle Projektergebnisse und Praxisleitfäden zum kreislauffähigen Bauen finden Sie hier.