Wohnungsbau braucht neue Impulse
23. Februar 2023 Statement von Präsident Peteranderl
„Der Wohnungsbau ist in einer Krise. Um eine Trendwende bei den Wohnungsfertigstellungen zu erreichen, brauchen wir auch eine Trendwende bei den Bauvorgaben und den Förderbedingungen“, sagte der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern Franz Xaver Peteranderl.
Zu wenig neue Wohnungen
Im aktuell vorgestellten neuen Gutachten der „Immobilienweisen“ des Zentralen Immobilien Ausschusses wird erneut auf die schwierige Lage beim Wohnungsbau hingewiesen. Steigende Zinsen, gestiegene Baukosten, höhere Aufwendungen beim Klimaschutz und eine hohe Staatsquote etwa durch hohe Grunderwerbsteuern würden Investitionen in Immobilien so unattraktiv wie nie machen. Das Gutachten geht deshalb davon aus, dass 2025 rund 700.000 Wohnungen fehlen werden.
Fehlende Wohnungen verschärfen Fachkräftemangel
Das Handwerk sieht sich dadurch in seiner Kritik an den Rahmenbedingungen vor allem des Wohnungsbaus bestätigt. Schon seit längerem werden die Problembereiche, wie Preissteigerungen, Material- und Teilemangel, Zinsanstieg, Mangel an Bauplätzen, überbordende Auflagen und Regulierungen, erratische Förderpolitik und Fachkräftemangel, angesprochen und Gegenmaßnahmen gefordert. Fehlende Wohnungen vor allem im preisgünstigeren Segment führen dabei nicht nur zu sozialen Spannungen, sondern schaden auch der wirtschaftlichen Entwicklung, denn wenn Arbeitskräfte keine bezahlbare Wohnung finden, wird dadurch der Fachkräftemangel vor allem in den Ballungsräumen weiter verschärft.
Handlungsbedarf für mehr Wohnungsbau
Vor allem in folgenden Bereichen besteht deshalb aus Sicht des Handwerk Handlungsbedarf:
- Entbürokratisierung durch rechtliche Vereinfachungen und Ausdünnung der Vielzahl staatlicher Auflagen.
- Normungsarbeit an bewährter Praxis orientieren.
- Neue Gesetze und Normen nur nach Nachweis der Wirtschaftlichkeit durch ein Folgenabschätzungsverfahren.
- Längere Geltungsdauer von Gesetzen und Normen, um Planungssicherheit zu erhöhen.
- Mehr kostengünstiges Bauland für bezahlbaren Wohnungsbau von Bund, Ländern und Kommunen.
- Verbesserte Förderung des Wohnungsbaus durch Erhöhung der AfA sowie gezielte Förderung bei Neubau und Sanierungen auf ausreichend hohem Niveau.
- CO2-Einsparziele an Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit orientieren, und fördern, was gefordert wird.