Handwerk im Gespräch mit dem Bayerischen MinisterpräsidentenFachkräftenachwuchs sichern!
26. August 2021 - Statement von Präsident Peteranderl
Große Sorgen über die immer schwierigere Nachwuchsgewinnung äußerte der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern Franz Xaver Peteranderl im Rahmen einer Videokonferenz der bayerischen Handwerkskammern mit dem Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Söder. „Qualifizierte Handwerker werden zukünftig unter anderem zum Erreichen der Klimaziele mehr denn je gerbraucht. Deshalb muss die berufliche Bildung die gleiche Aufmerksamkeit und Unterstützung erhalten wie die allgemeine Bildung!“, mahnte Peteranderl.
Die Fachkräfte- und Nachwuchsgewinnung im Handwerk wird anhaltend schwieriger. Eine Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung ergab, dass bundesweit knapp 65.000 handwerkliche Fachkräfte fehlen. In Bayern ist von mindestens 10.000 fehlenden Fachkräften auszugehen. Auch die Gewinnung von Berufsnachwuchs ist vor dem Hintergrund der Coronakrise schwieriger geworden. Mit gut 24.000 neu abgeschlossenen Lehrverträgen verzeichnete das bayerische Handwerk 2020 einen Rückgang um 5,4 %.
Der entscheidende Grund dafür war, dass Maßnahmen zur Berufsvorbereitung an den Schulen und die Nachwuchskampagnen während der Pandemie nicht oder nur in sehr eingeschränktem Umfang durchgeführt werden konnten. Erschwerend kam hinzu, dass die Bildungszentren trotz Hygienekonzepten lange Zeit geschlossen bleiben mussten. Allein im Kammerbezirk Oberbayern besuchen aber jedes Jahr rund 5.000 Schüler die Bildungszentren und machen sich dort ein Bild vom Handwerk. „Deshalb ist es uns ein wichtiges Anliegen, dass bei weiteren Infektionswellen die Bildungszentren so lange es geht offenbleiben“, erläuterte Handwerkspräsident Peteranderl.
Peteranderl forderte darüber hinaus, dass die berufliche Bildung die gleiche Aufmerksamkeit erhalten müsse wie die allgemeine Bildung. „Es muss für einen jungen Menschen genauso attraktiv sein, ein modernes Bildungszentrum des Handwerks zu besuchen wie eine Hochschule. Auch das trägt dazu bei, dass sich Jugendliche für eine Karriere im Handwerk entscheiden“ betonte er. Weitere Schritte zu mehr Gleichwertigkeit sind:
- Eine echte finanzielle Gleichwertigkeit. Das heißt auch, dass die Meister-ausbildung ebenso kostenlos sein sollte wie ein Hochschulstudium.
- Nicht zuletzt müssen die bestehenden und vor allem auch dank des großen Engagements ehrenamtlicher Handwerker bestens funktionierenden Strukturen der beruflichen Bildung in den kommenden Jahren weiter ertüchtigt werden, damit sie den wachsenden Herausforderungen gerecht werden.
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