Neuer Konjunkturbericht der HandwerkskammerHandwerk leidet unter geopolitischen Schocks
30. April 2026 – Statement von Präsident Peteranderl
„Die Auswirkungen des Irankrieges treffen auch das heimische Handwerk. Der Pessimismus nimmt wieder zu. Gegen den Krieg können wir hier in Deutschland und Europa wenig ausrichten, aber uns endlich wirtschaftspolitisch besser aufstellen könnten wir sehr wohl“, sagte der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern Franz Xaver Peteranderl.
Der verhaltene Optimismus vom Jahresanfang ist erneut einem wachsenden Pessimismus gewichen. Die Auswirkungen des Irankrieges wie gestiegene Kosten für Öl und Gas, gestiegene Kosten und Lieferprobleme für zahlreiche darauf aufbauende Produkte, steigende Zinsen sowie allgemeine Unsicherheit und Kauf- wie Investitionszurückhaltung belasten auch das Handwerk. Die Wirkung der gestiegenen deutschen Staatsausgaben allein wird den erhofften Aufschwung nicht retten können. Zukunftsweisende politische Strukturreformen sind damit umso dringender.
Zentrale Inhalte des aktuellen Konjunkturberichts der Handwerkskammer zum 1. Quartal 2026:
- 73 % der Betriebe beurteilten ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. Dieser Wert liegt 4 Punkte unter dem Vorjahresquartal.
- Die Umsatzentwicklung blieb weiter schwach. Das geschätzte Umsatzvolumen im 1. Quartal 26 lag bei 10,9 Milliarden Euro, ein leichter nominaler, jedoch ein deutlicher realer Rückgang von über 3 Prozent.
- Nach unseren Schätzungen waren Ende März rund 309.400 Personen im oberbayerischen Handwerk tätig. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Minus von 1,1 %. 7 % der Betriebe meldeten einen Beschäftigungsaufbau, 21 % einen Abbau.
- 19 % der Betriebe verzeichneten gestiegene Auftragseingänge, 40 % gefallene. Die Auftragsreichweite lag bei 8,8 Wochen.
- Die Auslastung blieb gegenüber dem Vorjahresquartal trotz des Personalrückgangs bei 75 %.
- Für die kommenden Monate rechneten 15 % der Betriebe mit besseren und 24 % mit schlechteren Geschäften. Damit verschlechterten sich die Erwartungen der Betriebe im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich.