SWM / Manuel Übler
Geothermieanlage

KrisenpolitikUnternehmen ausgewogen und zielgenau entlasten

23. April 2026 – Statement von Präsident Peteranderl

„Krise ist inzwischen Normalität geworden, vor allem bei Energieversorgung und -preisen. Umso wichtiger ist es, dass der Staat, wenn er Krisenpolitik betreibt, die Wirtschaft, und damit auch und gerade die Handwerksbetriebe, bei Entlastungsmaßnahmen ausgewogen und sachgerecht berücksichtigt“, sagte der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern Franz Xaver Peteranderl.

Die Senkung der Energiesteuer um 16,7 Cent pro Liter ist zu begrüßen. Diese Entlastung muss angesichts der hohen Spritpreise und der weiterhin höchst unsicheren Entwicklung schnell und in voller Höhe bei Wirtschaft und Verbrauchern ankommen.

Bei den nun ebenfalls vorgelegten Inhalten des vorgesehenen Industriestrompreises kritisiert das Handwerk die zu erwartenden Wettbewerbsverzerrungen zulasten der vielen kleineren und mittleren Betriebe, die ebenfalls in einem starken nationalen und internationalen Wettbewerb stehen. Hier muss noch gegengesteuert werden. Das Handwerk fordert zudem die im Koalitionsvertrag versprochene Senkung der Energiesteuer für alle.

Um unsere Energieversorgung unempfindlicher gegenüber externen Schocks zu machen, muss sie endlich grundsätzlich auf eine breitere und tragfähigere Basis gestellt werden, sowohl was verwendete Träger und Technologien als auch was die regionalen Bezugsquellen angeht. Die erneuerbaren Energien müssen in enger Abstimmung mit dem Netz- und Speicherausbau gezielt weiter ausgebaut werden. Welche Energieträger aber wie eingesetzt werden, sollte mehr der Marktsteuerung überlassen werden. Energieeinsparung und effiziente Energieverwendung müssen zudem stärker vorangebracht werden.

Stark kritisiert das Handwerk die vorgesehene Entlastungsmaßnahme für Arbeitnehmer, die von den Unternehmen als steuer- und abgabenfreie 1.000-Euro-Prämie übernommen werden soll. Angesichts der akut schwierigen wirtschaftlichen Lage werden die wenigsten Betriebe in der Lage sein, diese Prämie zu bezahlen. Der Staat sollte sich nicht zulasten der Wirtschaft aus seiner Verantwortung stehlen.



 

Robert Fleschütz

Abteilungsleiter Wirtschaftspolitik, Statistik

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