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Bayerische Flächensparoffensive muss handwerksfreundlich ausgestaltet werden

Stärkung der Ortszentren statt Zersiedelung

25.  Juli 2019 - Politisches Statement von Präsident Peteranderl

„Die Staatsregierung muss bei ihrer Flächensparoffensive die Belange von Kommunen und Unternehmen berücksichtigen. Die Entwicklungsmöglichkeiten gerade von Handwerksbetrieben dürfen nicht durch starre Regelungen ausgebremst werden“, sagte der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern Franz Xaver Peteranderl.

Die Bayerische Staatsregierung hat eine Flächensparoffensive mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket beschlossen. Dabei wird eine Richtgröße von fünf Hektar pro Tag für die erstmalige planerische Inanspruchnahme von Freiflächen im Außenbereich für Siedlungs- und Verkehrszwecke eingeführt. Dabei soll aber statt auf starre Flächengrenzen auf Gemeindeebene und Verbote auf gemeinschaftliche Lösungen und Überzeugung sowie auf Interessenausgleich gesetzt werden.

Das Handwerk begrüßt vor allem, dass die Nutzung von unbebauten Grundstücken und leerstehenden Gebäuden im Innenbereich von Dörfern oder Städten verstärkt vorangetrieben werden soll, dass bei Parkplätzen platzsparenden Lösungen wie Tiefgaragen und Parkhäuser der Vorzug gegeben werden soll und dass die tatsächliche Versiegelung von Grund und Boden erfasst wird, da Flächenverbrauch durch Asphaltierung anders ins Gewicht fällt als etwa durch Gärten oder andere Grünflächen.

Ein großer Erfolg für die politische Arbeit des Handwerks ist die Absicht der Staatsregierung, die 2018 eingeführte Lockerung des Anbindegebots, mit der die Ansiedlung von Gewerbebetrieben im Außenbereich erleichtert werden sollte, wieder rückgängig zu machen. Das Handwerk hat stets kritisiert, dass diese Lockerung letztendlich zu einer weiteren Ansiedlung von Handels- und Fachmarktzentren führt. Durch überdimensionierte Einzelhandelsgroßprojekte auf der grünen Wiese wird jedoch zu Lasten von Ortskernen eine extensive Flächennutzung und damit ein zu hoher Flächenverbrauch begünstigt. 

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