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Erreichbarkeit der Innenstadt

Peteranderl: "München ist für den Wirtschaftsverkehr immer schwieriger zugänglich"

7. Juli 2020

Handwerkskammerpräsident Franz Xaver Peteranderl hat im Wirtschaftsausschuss der Landeshauptstadt über die Erreichbarkeit der Münchner Innenstadt referiert: „Es kann so nicht mehr weitergehen. München ist für den Wirtschaftsverkehr immer schwieriger zugänglich. Eine Unmenge von Baustellen, der Wegfall von Fahrspuren zu Gunsten des Radverkehrs, mit dem Luftreinhalteplan begründete überlange Rotphasen an Ampeln und zusätzlicher Parksuchverkehr sorgen für ein Verkehrschaos. Unsere Handwerksbetriebe kommen nicht mehr termingerecht zu ihren Kunden, was zu steigenden Wegekosten führt.“

Eine bislang noch nicht veröffentlichte, repräsentative Umfrage der Handwerkskammer unter ihren Mitgliedern hat ergeben, dass für 61 Prozent der in München liefernden und leistenden Handwerkerinnen und Handwerker die Verkehrssituation ein Grund ist, Aufträge im Stadtgebiet künftig nicht mehr anzunehmen. Dies führt zu einem nicht unerheblichen Rückgang an Wertschöpfung und gefährdet mittel- bis langfristig die Versorgung der Bevölkerung. Für städtische Auftragsvergaben bedeutet dies, dass sich künftig immer weniger Handwerksbetriebe aus der Landeshauptstadt an Ausschreibungen beteiligen. 84 Prozent der befragten Betriebe geben an, dass sie die Anfahrtskosten nicht mehr vollständig an ihre Auftraggeber weitergeben können.

„Wir müssen den Verkehr wieder zum Laufen bringen und Stauzeiten so weit wie möglich vermeiden“, fordert Peteranderl. Die Handwerkskammer hat Anfang März mit dem Handelsverband Bayern ein alternatives Modell vorgestellt, das eine Trennung von Individualverkehr und Radverkehr mit jeweils bevorrechtigten Routen beinhaltet, das in jeder Haupterschließungsstraße auf einer Seite „Wirtschaftsverkehrszonen zum Liefern und Leisten“ schafft, das Parken im öffentlichen Raum in Parkgaragen verschiebt und damit Platz für Radwegebau und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Stadt bereitstellt. Der Kammerpräsident: „Weder die Corona-Pandemie noch eine fehlgeleitete Verkehrspolitik dürfen dazu führen, dass Versorgungsketten unterbrochen werden. Darunter würde auf absehbare Zeit auch die Lebensqualität in unserer Stadt leiden.“

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Stabsstellenleiter, Pressesprecher

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