Falten - Pleats - Plissee

Eine Ausstellung der Galerie Handwerk München

Die bekannteste Art des Papierfaltens ist die Kunst des Origami. Die Grundausstattung besteht aus einem quadratischen Blatt Papier. Ohne zu schneiden oder zu kleben entstehen mehr oder weniger aufwändige Figuren, und wer tausend mal die berühmteste Figur, den „Kranich“, faltet, dem ist ein langes, friedvolles Leben angeblich sicher. Die Kunst des Faltens von Papieren und Geweben ist jedoch nicht wie oft vermutet, eine japanische Erfindung. In vielen Ländern, auch in der westlichen Welt, existiert eine Jahrhunderte alte Tradition des Faltens.

Es waren gefaltete, prächtige Aufbauten, die als Tischdekorationen dienten und durchaus den Rang von Kunstwerken hatten. Das Falten wurde als eine Kunstform gesehen und sogar an Universitäten wie in Padua gelehrt. Gefältelte Stoffe kamen in verschiedenen Trachten zum Einsatz. So zum Beispiel bei der plissierten Juppe der Frauentracht des Bregenzer Walds, die sich nach 1600 unter spanischem Einfluss entwickelte, d.h. in einer Zeit, in der Krägen, die üppige Falten schlugen, hoch modern waren. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts machten die zarten, fließenden Faltenkleider des Mariano Fortuny Furore. In unserer Zeit erleben durch die „Pleats Please“-Kollektion von Issey Miyake plissierte Stoffe seit Anfang der 1990er Jahren eine wahre Renaissance. Der japanische Couturier gilt seitdem als Großmeister des Plissee.

Falten entstehen durch das Knicken, Knittern, Drehen, Spiegeln oder Pressen von Materialien. So wird eine plane Fläche in eine dreidimensionale Form überführt. Gefaltete Materialien kennen wir vor allem aus dem Schneiderhandwerk. Die Technik des Faltens wird inzwischen jedoch auch auf andere Materialien übertragen. Vor allem Gold- und Silberschmiede machen sich diese eigentlich textile Technik zueigen. Mittlerweile findet sich die Technik auch in weiteren Werkbereichen der Gestaltung. Diese Auseinandersetzung mit dem Prinzip und der Ästhetik der Falten führt zu erstaunlichen Ergebnissen. Die Ausstellung in der Galerie Handwerk möchte auf das Phänomen Falte aufmerksam machen und den Blick auf die erstaunliche Vielfalt und Raffinesse dieses Motivs lenken.

Die Galerie Handwerk wird durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie gefördert.



Zusätzliche Ausstellung

Parallel zur Falten-Ausstellung in der Galerie Handwerk ist die Ausstellung "Falt-Hocker - Vom Blech zum geformten Produkt" vom 4. Mai bis 1. Juni 2010 im Foyer der Handwerkskammer zu sehen.

Ausstellungseröffnung

Donnerstag, 22. April 2010, um 18.30 Uhr

Ausstellungsdauer

23. April bis 5. Juni 2010

Galerie Handwerk

Max-Joseph-Straße 4
Eingang Ottostraße
80333 München
Tel. 089 5119-282
julia.hutter@hwk-muenchen.de
www.facebook.de/galerie.handwerk 

Öffnungszeiten

Dienstag, Mittwoch, Freitag 10 bis 18 Uhr
Donnerstag 10 bis 20 Uhr
Samstag 10 bis 13 Uhr
An Sonn- und Feiertagen ist die Galerie geschlossen

Teilnehmer

Otto Baier, DE
Thea Bjerg, DK
Julie Blyfield, AU
Maike Dahl, DE
Cecile Feilchenfeldt, FR
Ursula Fürtler, AT
Sigrid Grote, DE
Ann van Hoey, BE
Anna Hössle, DE
Maria Hössle-Stix, DE
Birgit Hrouzek, DE
Eva Jünger, DE
Juppenwerkstatt Riefensberg, AT
Marcel Kabisch, DE
Astrid Keller, DE
Sarah Kelly, GB
Jabbar Khatri, IN
Elisabeth Krampe, DE
Elisabeth Lecourt, GB
Esther Lord, GB
Ingo Maurer, DE
Wiebke Meurer, CH
Molo design-workshop, IT
Ben Muthofer, DE
Ben van Orshaegen, BE
Renzo Pasquale, IT
Porzellan Manufaktur Nymphenburg, DE
Shuna Rendel, GB
Ann Richards, GB
Tine de Ruysser, BE
Joan Sallas, DE
Helena Schepens, BE
Jan Spütz, DE
Andreas Steinemann, CH
Naoki Takeyama, JP
Maria Verburg, DE
Christine Wagner, DE
Stine Walderhaug, NO
Christina Weck, DE
Grethe Wittrock, DK
Annamaria Zanella, IT