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Andreas Freude

Handwerk fordert gezielte Investitionsförderung

Investitionen in Ausbau und Modernisierung der öffentlichen Infrastruktur und Gebäude wichtig für Weg aus der Krise

28. Mai 2020 - Statement von Präsident Peteranderl

„Die Politik muss Investitionsförderung jetzt ins Zentrum ihrer Bemühungen stellen. Mit Investitionen werden nicht nur Aufträge für viele Handwerksbetriebe geschaffen, sondern auch die Grundlagen für unsere Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit gesichert und gestärkt“, sagte der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern Franz Xaver Peteranderl.

In der Corona-Krise sind die Investitionen in zahlreichen Branchen und Betrieben stark eingebrochen. Eine gezielte Förderung der Investitionen ist deshalb von entscheidender Bedeutung für einen erfolgreichen Weg aus der Krise. Durch staatliche Investitionen in den Ausbau bzw. die Modernisierung der öffentlichen Infrastruktur in den Bereichen Verkehrswege, Kommunikationsinfrastruktur und Gebäude ergeben sich zahlreiche Vorteile für Unternehmen und die gesamte Volkswirtschaft.

Auch in den Unternehmen ist es gerade jetzt sinnvoll, Investitionen in Maschinen, Werkzeuge, Hard- und Software sowie Gebäude verstärkt zu tätigen, um die eigene Leistungsfähigkeit zu sichern. Und auch Privatpersonen sollten vor allem bei der energetischen Modernisierung von Gebäuden unterstützt werden. Investitionsförderung bedeutet zudem auch in vielen Bereichen Absatzförderung für Handwerksbetriebe und zusätzliche Aufträge sind gerade im aktuellen Weg aus der Krise besonders wichtig.

Vor allem folgende Maßnahmen sind dabei zur Investitionsförderung einzusetzen:

  • Öffentliche Investitionen auf allen politischen Ebenen sind voranzutreiben. Notwendig ist eine Verstärkung und Beschleunigung der öffentlichen Auftragsvergabe. Dabei müssen die Möglichkeiten ausgeschöpft werden, kleine und mittlere regionale Unternehmen zu berücksichtigen
  • Städte und Gemeinden bestimmen maßgeblich die Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen, stellen wichtige Infrastruktur bereit und sind bedeutende Auftraggeber für das Handwerk. Sie müssen durch ein kommunales Investitionsprogramm unterstützt werden.
  • Die Möglichkeiten für Investitionen im gewerblichen und privaten Bereich müssen durch Steuerentlastungen unterstützt werden.
  • Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen verschlankt werden.
  • Die Konditionen beim Handwerkerbonus müssen verbessert werden. Der Anwendungsbereich und die eingesetzten Mittel sind deutlich auszuweiten.
  • Erwägenswert ist zudem ein spezieller zeitlich befristeter „Corona-Bonus“, bei dem 20 % von bis zu 12.000 Euro Kosten, die für Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt, z.B. bei der Renovierung, oder auch außerhalb der eigenen vier Wände anfallen, von der Einkommensteuer abgesetzt werden können.
  • Die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung muss weiter ausgebaut werden.
  • Zudem sind Förderprogramme für zukunftssichernde Investitionen in kleinen und mittleren Unternehmen auszubauen. Beispielsweise sind bewährte Förderprogramme wie der bayerische Digitalbonus zu sichern und gezielt zu stärken, um die Firmen gerade jetzt dabei zu unterstützen, ihre Digitalkapazitäten zu ertüchtigen. 

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Robert Fleschütz
Abteilungsleiter Wirtschaftspolitik, Statistik, Stabsstellenleiter Grundsatzfragen der Europapolitik, Sonderprojekte

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Orthopädietechnik-Mechaniker