Franz Xaver Peteranderl
Franz Xaver Peteranderl

Handwerk geht mit gemischten Gefühlen ins neue Jahr

Peteranderl: "Trotz Corona-Pandemie ist ein moderates Wachstum in 2022 wahrscheinlich"

10. Dezember 2021

Das oberbayerische Handwerk geht mit gemischten Gefühlen ins neue Jahr. Das zeigen die „Handwerkstrends 2022“, eine Online-Befragung der Kammer unter ihren Mitgliedsbetrieben. „Die Corona-Pandemie verlangt unseren Unternehmen auch über den Jahreswechsel hinaus alles ab. Rekordinzidenzen, ein eingeschränkter Kundenzugang und regionale Lockdowns erschweren den Betrieben das Wirtschaften weiterhin teils erheblich. Darüber hinaus müssen steigende Energie- und Rohstoffpreise sowie der Fachkräftemangel bewältigt werden. Und über allem schweben hohe Steuern und Abgaben sowie eine überbordende Bürokratie. Trotzdem ist ein moderates Wachstum im kommenden Jahr wahrscheinlich“, betont Kammerpräsident Franz Xaver Peteranderl. 30 Prozent der Befragten (Vorjahr: 15 Prozent) rechnen mit einem Umsatzplus im kommenden Jahr. 24 Prozent befürchten dagegen Einbußen. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 39 Prozent.

Im Jahr 2020 hatte die Corona-Pandemie den langjährigen Beschäftigungszuwachs im oberbayerischen Handwerk gestoppt. Gleichzeitig sank der Anteil von Firmen mit erheblichem Fachkräftemangel. In den vergangenen Monaten hat sich dieser Trend jedoch gedreht: Der Anteil der Betriebe, die alle Stellen besetzt haben, ist im Vergleich zum Vorjahr um 8 Punkte auf 44 Prozent gesunken. 56 Prozent der befragten Handwerksbetriebe melden Bedarf an Fachkräften, darunter 23 Prozent, die in erheblichem Umfang unter dem Personalmangel leiden (Vorjahr: 18 Prozent). „Die betroffenen Unternehmen verpassen Wachstumschancen, weil sie nicht genügend qualifizierte Leute bekommen. Am größten ist der Bedarf im Bauhaupt- und im Kfz-Gewerbe“, betont der Kammerpräsident und fügt hinzu: „Der demografische Wandel und die guten Konjunkturaussichten erhöhen den Druck auf unsere Betriebe, qualifiziertes Personal einzustellen.“

Im Kampf gegen den Fachkräftemangel sehen 52 Prozent der Betriebe die Ausbildung als beste Lösung. 45 Prozent setzen auf „finanzielle Anreize“, wie beispielsweise eine übertarifliche Bezahlung. Auf Fachkräfte aus dem Ausland hoffen dagegen nur 17 Prozent der Befragten. Das könnte daran liegen, dass grenzüberschreitendes Reisen in Europa wegen der Pandemie weiter mit teils erheblichen Hürden verbunden ist. 57 Prozent der befragten Firmenchefs setzen die stark steigenden Energie- und Rohstoffpreise auf Platz 2 ihrer größten Herausforderungen für 2022 (Vorjahr: 22 Prozent). Betroffen sind hier vor allem Ausbauhandwerker und Zulieferfirmen. Auf Platz 3 rangieren Steuern und Abgaben mit 54 Prozent (Vorjahr: 55 Prozent). Den unrühmlichen Spitzenplatz nimmt mit 64 Prozent wieder die Bürokratiebelastung ein (Vorjahr 67 Prozent). „Viele kleine Einzelmaßnahmen führen in Summe zu einer großen Gesamtbelastung, die kaum noch Zeit für das Kerngeschäft lässt. Unsere Handwerksbetriebe sehnen sich nach einer spürbaren Entbürokratisierung. Daher braucht unser Wirtschaftsbereich einen verlässlichen Rahmen, innerhalb dessen sich die Firmen unternehmerisch frei bewegen können. Wir fordern die neue Bundesregierung auf, hier entschlossener zu handeln, um dem Handwerk als bedeutendem Arbeitgeber und Ausbilder den Rücken freizuhalten“, macht Peteranderl deutlich. Beschaffungsprobleme und gestörte Lieferketten schafften es mit 50 Prozent aus dem Stand auf Platz 4 der größten Herausforderungen.

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