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Gabriele Lässer / pixabay.com

Handwerk kritisiert Lockdown-Verlängerung

"Grenze der Belastungsfähigkeit immer öfter überschritten - mehr und mehr Existenzen im Handwerk stehen auf dem Spiel."

18. Februar 2021 - Statement von Präsident Peteranderl

„Bei den betroffenen Handwerkerinnen und Handwerkern ist die Grenze der Belastungsfähigkeit erreicht und immer öfter überschritten. Sie brauchen jetzt eine Öffnungsaussicht und bis dahin eine ausreichende Unterstützung, die auch ankommt“, sagte der Präsident der Handwerkskammer Franz Xaver Peteranderl.

Handwerk braucht Öffnungsperspektive

Das Handwerk ist enttäuscht über die von Bund und Ländern beschlossene Verlängerung des Corona-Lockdowns bis zum 7. März. „Ein langfristiger Plan, wie mit der Pandemie umgegangen wird und wann die Wirtschaft wieder hochgefahren werden kann, ist trotz der zu begrüßenden Öffnung für Friseure immer noch nicht erkennbar. Stattdessen hangelt man sich weiter von einer Lockdown-Verlängerung zur nächsten“, kritisierte Präsident Peteranderl.

Grenze der Belastungsfähigkeit erreicht

„Die Handwerkerinnen und Handwerker möchten selbst ihren Lebensunterhalt verdienen, anstatt von Hilfszahlungen, die noch dazu erst mit großer Verzögerung fließen, abhängig zu sein“, so der Handwerkspräsident weiter. Tausende Handwerksbetriebe im Freistaat, die nachweislich keine Pandemietreiber sind, über Monate stillzulegen, sei angesichts bewährter Hygienekonzepte unverhältnismäßig und koste den Steuerzahler Unsummen, argumentiert Peteranderl. Weil Hilfszahlungen verspätet eintreffen oder erst gar nicht beantragt werden können, müssten immer mehr Betriebsinhaberinnen und -inhaber an ihre Altersvorsorge ran und den Einnahmenausfall mit privaten Mitteln ausgleichen. Peteranderl: „So geht es nicht weiter: Mit jeder Woche, die der Lockdown verlängert wird, stehen mehr Lebensentwürfe und Existenzen in Handwerk und Mittelstand auf dem Spiel.“

Bessere und schnellere Unterstützung

Aktuell sind geschätzt ca. 90.000 Handwerksbetriebe in ganz Bayern mit bis zu 300.000 Beschäftigten direkt oder indirekt vom Corona-Lockdown betroffen. Neben schnellerer staatlicher Unterstützung und höheren Abschlagszahlungen fordert das Handwerk, die Liquidität der Betriebe durch steuerliche Maßnahmen und hier vor allem einer substanziellen Ausweitung des Verlustrücktrags zu stützen.

Bildungsstätten des Handwerks öffnen

Zudem müssen die Bildungsstätten des Handwerks wieder für Maßnahmen zur Berufsorientierung und Weiterbildungskurse geöffnet werden: „Wir brauchen die Werkstätten, um Nachwuchs für das Handwerk zu werben und unsere Fachkräfte auf dem neuesten Stand zu halten“, betonte Peteranderl.

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Robert Fleschütz
Abteilungsleiter Wirtschaftspolitik und Statistik

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