Kammerpräsident Franz Xaver Peteranderl (links) und Handelsverbandspräsident Ernst Läuger vor einer Karte mit den Roten und Blauen Routen.
Handwerkskammer für München und Oberbayern
Kammerpräsident Franz Xaver Peteranderl (links) und Handelsverbandspräsident Ernst Läuger vor einer Karte mit den Roten und Blauen Routen.

Handwerkskammer schlägt "Rote und Blaue Routen" vor

Peteranderl: "München braucht ein ausgewogenes Verkehrskonzept"

3. März 2020

Damit München mit seiner lebendigen Innenstadt erhalten bleibt, hat die Handwerkskammer ein Verkehrskonzept der so genannten „Roten und Blauen Routen“ vorgelegt. Kammerpräsident Franz Xaver Peteranderl präsentierte die Vorschläge gemeinsam mit dem Handelsverband Bayern, dessen Mitglieder ebenso betroffen sind wie die Handwerksbetriebe.

Auf den „Roten Routen“ soll der Fahrzeugverkehr auf den leistungsfähigen Straßen gebündelt und damit weitgehend von Nebenstraßen und aus Wohngebieten ferngehalten werden. Dies setzt nach den Worten des Kammerpräsidenten voraus, dass der Autoverkehr auf den Hauptverkehrsstraßen so ungestört wie möglich fließen kann. „Es darf keine Fahrbahnverengungen oder Radwege zulasten der Fahrspuren geben. Eine kluge Ampelschaltung muss helfen, die Stauzeiten zu verkürzen.“ Die von der Handwerkskammer vorgeschlagenen „Roten Routen“ sind in erster Linie Hauptverkehrsstraßen, die in und durch München fließen. Hierzu zählen beispielsweise die Dachauer Straße, die Lindwurmstraße, die Leopold- und Ludwigstraße, die Nymphenburger Straße und die Rosenheimer Straße. Peteranderl betont: „Unser Konzept berücksichtigt auch den Wunsch vieler Münchner, mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs zu sein.“ Es sieht vor, die „Blauen Routen“ für Radfahrer so weit wie möglich von den Hauptverkehrsachsen und damit vom Autoverkehr zu trennen. „Wenn das gelingt, würde es auch zu einer Verkehrsberuhigung in vielen Wohngebieten führen.“ Mit Blick auf die kursierenden Pläne in der Stadtpolitik zur Zukunft des Verkehrs in München macht Peteranderl deutlich: „Mit unserem Verkehrskonzept wollen wir verhindern, dass München innerhalb des Mittleren Rings nur noch einspurig wird. Gleichzeitig wollen wir vermeiden, dass Anfahrtskosten explodieren und Handwerkerleistungen damit unnötig verteuern.“

Das Konzept der Handwerkskammer sieht zudem vor, die vorhandenen Flächen in München besser zu nutzen, um den Verkehrsfluss aufrechterhalten zu können. „Wir schlagen vor, das Parken im öffentlichen Raum deutlich zu verteuern. Die Kosten für einen Parkausweis sollten sich an marktüblichen Preisen orientieren und von der Innenstadt in die Außenbezirke gestaffelt verlaufen“, erklärt Peteranderl und fügt hinzu: „Anwohner, die einen privaten Parkplatz besitzen, dürfen nicht zusätzlich noch einen Parkausweis erhalten, mit dem sie nahezu kostenfrei im öffentlichen Raum parken dürfen. Das muss besser kontrolliert werden.“ Der Kammerpräsident sieht in der Reduzierung der Anwohnerparkplätze und der privaten Parkplätze ein gutes Instrument, die Zahl der im öffentlichen Raum parkenden Fahrzeuge zu reduzieren. Die freiwerdenden Flächen könnten für Radwege, Lieferverkehr, Handwerker oder Mobilitätseingeschränkte ausgewiesen werden. In diesem Zusammenhang verweist Peteranderl auf das bisher bestehende Ungleichgewicht: „Bewohner der Münchner Innenstadt zahlen in der Regel sehr viel Geld für ihre Miete und dürfen gleichzeitig ihre Fahrzeuge zu einem äußerst geringen Preis im öffentlichen Raum abstellen. Dagegen müssen Bewohner in Vierteln, die ab den 1950er Jahren gebaut wurden, in den meisten Fällen eine Garage oder einen Stellplatz anmieten.“

Begleitend zu diesen Maßnahmen fordert die Handwerkskammer den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel in München und mehr Anreize zum Umstieg vom Auto auf Bahn, Bus und Tram. Um zusätzliche Fahrgäste aufnehmen zu können, müssten jedoch die Taktzeiten verkürzt und die Kapazitäten massiv erhöht werden, fordert Peteranderl und stellt klar: „Eine City-Maut lehnen wir ab! Sie wirkt nur, wenn das Mobilitätsverhalten änderbar ist. Das ist im Handwerk jedoch nicht einfach so möglich. Unsere Betriebe müssen liefern und leisten, wenn es die Kunden wünschen und nicht, wenn es die Verkehrsplaner wollen.“ Eine City-Maut würde die Handwerkerleistungen weiter verteuern und die Nahversorgung einschränken, ergänzt Peteranderl.

Die vorgelegten Vorschläge des Münchner Handwerks sieht der Kammerpräsident als Diskussionsgrundlage. „München braucht ein ausgewogenes Verkehrskonzept.“ Wegen der anhaltenden Diskussion um die Mobilität in München habe man die Vorschläge bereits vor der anstehenden Kommunalwahl vorgelegt. Peteranderl: „Nun sind Politik und Verwaltung am Zug!“

Beitrag von Alexander Tauscher zum Verkehrskonzept der Handwerkskammer:

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