Innovationen - Schritt für Schritt

(Wie) kann ich mit meiner Idee Geld verdienen?

Bevor Sie Geld investieren, sollten Sie sich zunächst kritisch fragen: Wie ist meine Idee realisierbar und wie groß ist deren Marktpotential? Insbesondere die Frage auf welche Weise die Geschäftsidee vermarktet werden und mit welchen Umsätzen gerechnet werden kann, wird oft viel zu spät beantwortet. Nämlich dann, wenn sich für das fertig entwickelte Produkt kein Kunde findet.

Zu Beginn sollten Sie daher einen (Geschäfts-) Plan entwickeln, der die wichtigsten Fragen beantwortet: 

  • Ist meine Idee (technisch) machbar?
  • Welches Alleinstellungsmerkmal hat sie?
  • Können Schutzrechte angemeldet werden oder werden fremde verletzt?
  • Wo und wie groß ist der Markt?
  • Welche Marktanteile kann ich mittel- und langfristig erreichen?
  • Wer sind meine Pilotkunden bzw. Lizenznehmer?
  • Wie groß ist der Kapitalbedarf für Entwicklung und Vermarktung?
  • Wie finanziere ich das Vorhaben?

Die Entwicklung und Markteinführung von wirklich innovativen Produkten und Dienstleistungen eröffnet neue Chancen für Ihr Unternehmen, gleichzeitig ist sie aber immer mit mehr oder minder abwägbaren Risiken verbunden. Insbesondere wenn umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten erforderlich sind, sollten Sie die zu investierenden Mittel als Risikokapital betrachten, das später einen entsprechenden (hohen) Ertrag erbringen sollte. Unternehmen, die Venture Capital in Ihr Vorhaben investieren, erwarten zum Teil eine Rendite von bis zu  40 %.



Lassen Sie Ihre Idee schützen

Wenn es sich um eine wirklich gute, innovative Idee handelt, können und sollten Sie ein Schutzrecht dafür anmelden.

Im einfachsten Fall kann es sich um die Eintragung eines Markennamens handeln, unter dem Sie das Produkt später vermarkten wollen.

Falls Ihre Idee eine neue, technische Erfindung beinhaltet, lässt sich außerdem ein Gebrauchsmuster oder Patent anmelden. Damit sind Sie vor Nachahmern geschützt und haben zusätzliche Möglichkeiten bei der Bewerbung und Vermarktung Ihres Produkts. Zum Beispiel können Sie Lizenzen zur Herstellung und Vertrieb Ihres Produkts vergeben.



Entwicklung und Vertrieb - allein oder mit Partnern?

Wer alleine entwickelt und vermarktet, braucht keinen Kooperations- oder Lizenzverträge und ist bei allen Geschäftsentscheidungen sein eigener Herr.

Bei größeren Innovationsvorhaben, bei denen technologische anspruchvolle Produkte entwickelt und neue Märkte erschlossen werden sollen, stellt sich jedoch häufig die Frage, ob das eigene Wissen und die eigenen Kontakte reichen. Das fehlende technische Know how liegt oft schon fertig in der Schublade einer Forschungseinrichtung oder eines möglichen Partner aus der Wirtschaft - oder lässt sich dort zumindest schneller und einfacher entwickeln. Wichtiger noch sind die Geschäftskontakte und das Vertriebsnetz, die ein Partner für die Vermarktung mit einbringen kann.

Die Suche nach Partnern sollte vor dem Beginn einer eventuell erforderlichen Prototypenentwicklung abgeschlossen sein, damit sich diese rechtzeitig in die Produktentwicklung mit einbringen können und/oder einer Lizenznahme zumindest aufgeschlossen gegenüber stehen.

Meist ist es unvermeidlich, dem möglichen Partner früher oder später auch vertrauliche Informationen zur Geschäftsidee oder dem technologischen Wissen mitzuteilen. Idealerweise liegen bei der Aufnahmen von Verhandlungen schon Patent- oder Gebrauchsmusteranmeldungen vor, die zumindest den technischen Teil der Innovationsvorhaben relativ gut schützen. Zusätzlich empfiehlt es sich, eine Vertraulichkeitsvereinbarung abzuschließen, die den Gesprächspartner zur Geheimhaltung verpflichtet und eine wie immer geartete Nutzung der mitgeteilten Informationen verbietet.

Bei den Gesprächen mit Ihren Partner sollte geklärt  werden, welche Beiträge die verschiedenen Partner bei der Entwicklung und/oder Vermarktung zu leisten haben und wie Sie an den späteren Gewinnen zu beteiligen sind. Hierzu dienen Kooperations- und Know-how- und Lizenzverträge.

Vor dem Abschluss von exklusiven Lizenzverträge ist sorgfältig prüfen, ob der Lizenznehmer tatsächlich eine führende Position im Markt hat und eine erfolgreiche Vermarktung garantieren kann. Meist ist der Abschluss eines auf bestimmte Anwendungen oder Regionen beschränkten Lizenzvertrages für den Lizenznehmer vollkommen akzeptabel und lässt dem Lizenzgeber die Möglichkeit, weitere oft zunächst nicht erkannte - Vermarktungschancen wahrzunehmen.



Innovationsdarlehen

Eine erste Abschätzung des Kapitalbedarfs sollte bei der Erstellung des Geschäftsplans bereits vorgenommen worden sein.

Nachdem geklärt ist, ob und gegebenenfalls wer als Partner an dem Projekt teilnimmt, steht fest ob und welches Kapital in Form von Darlehen, Risikokapital oder Fördermittel benötigt wird. Viele Banken bieten bei Innovationsvorhaben spezielle Darlehenskonditionen an.

Weiterführender Link: LfA Förderbank Bayern, die Förderbank des Freistaats Bayern .

  • Vergibt u. a. im Rahmen des Bayerischen Mittelstandskreditprogramm Darlehen zur Gründung, Erweiterung, Rationalisierung und Modernisierung von KMUs.
  • Führt im Rahmen des Bayerischen Technologie-Entwicklungsprogramm die betriebswirtschaftliche Prüfung durch und reicht Darlehen aus.


Forschungs- und Entwicklungsarbeiten

Bei der Entwicklung neuer technologischer Produkte kann es in dieser Phase teuer werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn noch grundlegende wissenschaftlich - technische Fragen zu klären und/oder aufwändige Prototypen zu entwickeln sind.

Um das finanzielle Risiko dieser Forschungsentwicklungsarbeiten gerade für kleine und mittlere Unternehmen erträglicher zu gestalten und Anreize für Innovationsvorhaben zu schaffen, bieten Bund und Länder eine Vielzahl unterschiedlicher Förderprogramme an. Dabei werden  zinsverbilligte Darlehen oder Zuschüsse gewährt.

Bei Innovationsvorhaben sollte geprüft werden ob und gegebenenfalls welches Förderprogramm in Anspruch genommen werden kann. Dabei ist zu beachten, dass für bereits geleistete Entwicklungsarbeiten nachträglich keine Förderung gewährt werden kann, diese sollte also rechtzeitig beantragt werden.

Zu Beginn eines Entwicklungsprojekts sollte - gerade wenn Partner an dem Projekt beteiligt sind oder die Beantragung einer öffentlichen Förderung dies erfordert - ein Zeit- und Meilensteinplan sowie ein Kostenplan erstellt werden.

In dem Zeit- und Meilensteinplan wird festgehalten, bis zu welchem Zeitpunkt welche Arbeiten durchgeführt sein sollen und welches Ergebnis als Folge dieser Arbeiten erzielt sein soll. Das Erreichen oder Nicht-Erreichen dieses Ergebnisses dient als Kriterium für das weitere Vorgehen im Projekt oder den Projektabbruch.



Markteinführung

Jetzt zeigt sich, ob das Innovationsvorhaben wirklich erfolgreich ist und den erhofften "Return of Investment (ROI)" bringt. Die Grundlagen hierfür sollten Sie bereits (siehe Schritten 1 bis 4) gelegt haben. Das heißt: sie sollten den Markt für Ihr Produkt kennen und mit einigen möglichen Pilotkunden, Vertriebspartnern oder Lizenznehmern bereits in Kontakt getreten sein und/oder entsprechende Vereinbarungen getroffen haben. Wichtig ist auch, dass Sie bei der Planung Ihres Innovationsvorhabens den Zeit- und Kapitalbedarf dieser Phase nicht unterschätzt haben.

Da es sich bei Ihrem Produkt um eine Innovation handelt, haben Sie neben den klassischen Marketing-Wegen (wie z.B. Werbung in Zeitschriften, Messeauftritte etc.) einige zusätzliche Möglichkeiten. Vielleicht können Sie in einer Fachzeitschrift, auf einer Konferenz oder im Fernsehen über die von Ihnen neu entwickelte Technik und ihren Anwendungsmöglichkeiten berichten. Eine gute Möglichkeit für indirektes Marketing bieten auch Preise und Wettbewerbe, die von zahlreichen Organisationen zum Thema Innovation ausgeschrieben werden.

Liegen Patente oder Gebrauchsmuster vor, so können diese Schutzrechte einem Kreis von potentiellen Kunden zur Lizenznahme angeboten werden. Idealerweise bestehen bereits persönliche Kontakte zu den potentiellen Lizenznehmern. Falls nicht, sollte spätestens jetzt anhand der Marktrecherchen eine Auswahl potenter und an einer möglichen Lizenznahme interessierter Unternehmen erstellt werden. Diesen Unternehmen kann das Produkt mit Hilfe eines Exposes, das die Alleinstellungsmerkmale und das Marktpotential in kurzer, prägnanter Form beschreibt, zur Lizenznahme angeboten werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, über Internet-Datenbanken zum Vertrieb oder Lizenznahme anzubieten.



 Wir beraten Sie gerne bei allen Schritten!

 Ansprechpartner

Dirk Bräu
Energieberatung

Telefon 089 5119-237
Fax 089 5119-311
dirk.braeu--at--hwk-muenchen.de
 

Werner Lamprecht
Technologie- und Innovationsberatung

Telefon 089 5119-274
Fax 089 5119-311
werner.lamprecht--at--hwk-muenchen.de
 

Georg Räß
Technologie- und Innovationsberatung

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Fax 089 5119-311
georg.raess--at--hwk-muenchen.de