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Pandemie schickt Handwerk in die Rezession

Aktueller Konjunkturbericht: Bau- und Ausbaugewerke noch mit den besten Einschätzungen, konsumnahe Handwerke, Kfz-Betriebe und industrielle Zulieferer am schlimmsten betroffen

30. Juli 2020 - Statement von Präsident Peteranderl

„Die Handwerksbetriebe kämpfen sich durch die Corona-Rezession. Sie versuchen optimistisch zu bleiben und halten an ihren Beschäftigten fest. Alle unnötigen politischen Belastungen, wie vor allem Bürokratie, müssen jetzt vermieden werden“, sagte der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern Franz Xaver Peteranderl.

Die Handwerkskammer für München und Oberbayern hat ihren Konjunkturbericht für das 2. Quartal 2020 vorgelegt. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

  • Zum Ende des 2. Quartals 2020 befand sich das Handwerk in einer tiefen Corona-bedingten Rezession. 
  • 41 % der Betriebe bezeichneten ihre aktuelle Lage aus gut, 32 % als befriedigend und 27 % als schlecht. Gegenüber dem Vorquartal bleib eine Frühjahrsbelebung völlig aus. Gegenüber dem Vorjahresquartal sanken die guten und befriedigenden Urteile um 20 %-Punkte. 
  • Bau- und Ausbaugewerke hatten noch die besten Einschätzungen, während die konsumnahen Handwerke, Kfz-Betriebe und industrielle Zulieferer am schlimmsten betroffen waren. 
  • Ende Juni 2020 waren 307.700 Personen und damit 0,5 % weniger als zum Vorjahreszeitpunkt in den Handwerksunternehmen des Kammerbezirks beschäftigt. Damit konnte trotz der schwierigen Lage ein großflächiger Beschäftigungsabbau vermieden werden. 
  • Nach unseren Schätzungen wurden im 2. Quartal 2020 etwa 9,7 Milliarden Euro umgesetzt. Binnen Jahresfrist wäre das ein Rückgang um 10 % - eine noch nie dagewesene Dimension. 
  • 43 % der Befragten meldeten gesunkene Auftragseingänge, 30 %-Punkte mehr als der Vorjahresstand. 
  • Die Auslastung konnte gegenüber dem Vorquartal um 2 %-Punkte zulegen, gegenüber dem Vorjahresquartal war aber ein spürbarer Rückgang um 7 %-Punkte auf 76 % zu verzeichnen. 
  • Der Anteil investierender Betriebe sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 7 %-Punkte auf 30 %. Das Investitionsvolumen stürzte um mehr als ein Drittel auf 210 Milliarden Euro. 
  • Die Erwartungen für das 3. Quartal 2020 verharrten weitgehend auf dem sehr niedrigen Niveau. Nur 11 % gingen von einer Verbesserung aus, während 65 % mit einer gleichbleibenden Entwicklung rechneten und 24 % mit einer weiteren Verschlechterung.

 Hier geht's zum vollständigen Konjunkturbericht

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Ansprechpartner

Robert Fleschütz
Abteilungsleiter Wirtschaftspolitik, Statistik, Stabsstellenleiter Grundsatzfragen der Europapolitik, Sonderprojekte

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