Prints and Transfers - Drucktechniken auf Keramik

Eine Ausstellung in der Galerie Handwerk München

Die Galerie Handwerk in München beginnt seit gut zwanzig Jahren ihr jährliches Programm mit einer internationalen Keramikausstellung. Im Jahr 2011 werden zum Thema „Prints and Transfers“ Drucktechniken auf Keramik vorgestellt. Hierbei handelt es sich um ein sehr aktuelles Thema, das vor allem von jungen Keramikerinnen und Keramikern aufgegriffen wird. 32 Keramiker aus elf Ländern präsentieren in der Ausstellung ein reiches Spektrum, das von Siebdruck, Monoprints, Umdrucktechniken, Abziehbildern, fotografischen Verfahren bis hin zu mit dem Computer gefertigten Drucken und Varianten reicht.

Schon seit Jahrhunderten werden Drucktechniken in der Industriekeramik eingesetzt. Die Idee einer Umdrucktechnik für Keramik entwickelte John Sadler aus Liverpool bereits 1756. Zuerst wurde mit Holzstöcken gearbeitet, diese bald aber durch Lithographiesteine, Stahlplatten und vor allem Kupferplatten ersetzt. Nun bewältigten, so die Aufzeichnungen aus der Zeit, zwei Personen das Arbeitspensum für das bisher 100 Dekorateure von Nöten waren! Das Verfahren stellte eine Revolution für die Keramikindustrie dar. Es ermöglichte, mit Dekoren oder Beschriftung bedruckte Keramik zu einem erschwinglichen Preis herzustellen und machten diese somit für die Massenproduktion tauglich.

In der künstlerischen Keramik fanden die Drucktechniken auf Keramik erst spät Einzug. Vielleicht war es gerade die Verbindung mit der industriellen Fertigung, die dazu führte, dass sie in der künstlerischen Keramik nicht angesehen waren und lange Zeit nicht den Weg in die Keramikwerkstätten fanden. Heute sind diese Techniken integraler Bestandteil in vielen Ateliers. In den 1960er und 1970er Jahren fingen britische und amerikanische Keramiker an, mit Drucktechniken zu experimentieren, doch erst seit den frühen 1990er Jahren werden diese Verfahren in der künstlerischen Keramik zusehends wichtiger.

Mittlerweile sind die unterschiedlichsten Drucktechniken im Einsatz, und sie werden dank der Computertechnologie immer raffinierter. Vor allem der Siebdruck, fotografische Verfahren, Computerdrucke, Laserdrucke und die Verwendung von Kopiergeräten sind gängige Techniken, die manchmal auch mit Handzeichnungen, Malereien oder Sgraffiti kombiniert werden. Wohl jeder Keramiker, der mit Drucktechniken arbeitet, hat sein persönliches, individuelles Verfahren entwickelt. Die bildhaften oder ornamentalen Möglichkeiten, die sich so dem Keramiker bieten, lassen technisch wie auch künstlerisch faszinierende Arbeiten entstehen.

Die Galerie Handwerk wird durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie gefördert.

Ausstellungseröffnung

Donnerstag, 13. Januar 2011, 18.30 Uhr

Ausstellungsdauer

14. Januar bis 26. Februar 2011

Galerie Handwerk

Max-Joseph-Straße 4
Eingang Ecke Ottostraße
80333 München
Tel. 089 595584
angela.boeck@hwk-muenchen.de
www.facebook.de/galerie.handwerk

Öffnungszeiten

Dienstag, Mittwoch, Freitag 10 bis 18 Uhr
Donnerstag 10 bis 20 Uhr
Samstag 10 bis 13 Uhr
An Sonn- und Feiertagen ist geschlossen

Teilnehmer

Steve Royston Brown, GB
Birgit Brühl, DE
Ane-Katrine von Bülow, DK
Katie Bunnell, GB
Kris Campo, BE
Marek Cecula, PL
Robert Dawson, GB
Stephen Dixon, GB
Ken Eastman, GB
Magdalena Gerber, CH
Maria Geszler-Garzuly, HU
Rebecca Harvey, GB
Sin-ying Ho, USA
Trine Hovden, NO
Elisabeth Klein, DE
Kordula Kuppe, DE
Ole Lislerud, NO
Thomas Löber-Buchmann, DE
Bodil Manz, DK
Martin Möhwald, DE
Jeanne Opgenhaffen, BE
Christina Peel, NO
Dorothee Pfeifer, DE
Marianne Requena, FR
Anima Roos, BE
Elke Sada, DE
Antje Scharfe, DE
Paul Scott, GB
Vicky Shaw, GB
Nicole Thoss, DE
Ica van Tongeren, NL
Claire Verkoyen, NL