Handwerk fordert Gegenmaßnahmen, sonst steht wirtschaftliche Erholung auf dem SpielRoh- und Baustoffknappheit wird zur Konjunkturbremse
20. Mai 2021 - Statement von Präsident Peteranderl
„Roh- und Baustoffknappheit entwickelt sich schnell zu einem drückenden Problem für viele Branchen und Betriebe. Wir brauchen deshalb auch schnell Lösungen, die von der verbesserten Pflege regionaler Zulieferketten bis zu Stoffpreisgleitklauseln in Verträgen reichen“, sagte der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern Franz Xaver Peteranderl.
Materialmangel belastet Betriebe
Angesichts der Sonderkonferenz der Wirtschaftsminister von Bund und Ländern hat das bayerische Handwerk auf die Gefahr von Roh- und Baustoffknappheit für die Wirtschaft im Freistaat hingewiesen, denn fehlendes Material entwickelt sich im Handwerk immer stärker zu einer echten Konjunkturbremse.
Baumaßnahmen stocken und Preise steigen
Von der Materialknappheit bei Holz, Kunststoffprodukten, Dämmstoffen, Farben, Baustahl und Metallerzeugnissen und den damit einhergehenden erheblichen Preissteigerungen sind viele Handwerksbranchen und -betriebe betroffen. Trotz gut gefüllter Auftragsbücher geraten dadurch Baumaßnahmen ins Stocken, müssen Termine um Wochen verschoben und Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt werden. Wenn sich an dieser Situation nichts ändert, steht die konjunkturelle Erholung im Handwerk auf dem Spiel. Zudem lassen sich viele Leistungen nicht mehr zu den vorab mit den Kunden vereinbarten Preisen erbringen.
Gegenmaßnahmen schnell umsetzen
Exportbeschränkungen für Holz und andere Baustoffe könnten jedoch nur das letzte Mittel zur Lösung des Problems sein, betonte Präsident Peteranderl. „Vielmehr gilt es jetzt, die bewährten Kundenbeziehungen zu stärken. Marktwirtschaft bedeutet nicht, dass jeder nur auf seinen kurzfristigen Vorteil schaut. Bald werden z.B. Sägewerke wieder ihre regionalen Kundennetzwerke brauchen.“ Die Pflege von Lieferketten in der Region diene außerdem der Nachhaltigkeit. Positiv ist deshalb, dass die Bayerische Staatsregierung bereits eine Forderung des Handwerks aufgegriffen hat und nun für einige Materialien bei öffentlichen Aufträgen zeitlich begrenzt vertragliche Stoffpreisgleitklauseln vorsieht.
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