Schmuck 2009
Schmuck 2009

Schmuck 2009

50 Jahre SCHMUCK in München

Die international renommierte Ausstellung SCHMUCK feiert auf der Internationalen Handwerksmesse 2009 ihr 50-jähriges Bestehen. Die Sonderschau, die 1959 zum ersten Mal unter dem Titel "Europäischer Schmuck und edles Gerät" stattfand, gilt unter Fachleuten als die wichtigste Ausstellung der Schmuckwelt. Die Auswahl umfasst jährlich Werke von etwa 60 Goldschmieden aus über 20 Ländern. Seit 1973 werden im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse herausragende Schmuckgestalter mit dem international renommierten Herbert-Hofmann-Preis gewürdigt.  Dieser von der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen jährlich verliehene Preis ehrt bis zu drei Teilnehmer der Ausstellung und ist eine international anerkannte Auszeichnung innerhalb der Schmuckszene.

Schmuck 2009
Schmuck 2009
Die Gewinner des Herbert-Hofmann-Preises 2009 sind der Vietnamese Sam Tho Duong mit seinem Halsschmuck "Frozen", die Niederländerin Beppe Kessler mit ihrem Broschenensemble "later" sowie der Deutsche Felix Lindner mit seiner hellgrünen Brosche "Matratze". Die drei Preisträger wurden auf der "Handwerk & Design" im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse am Samstag, 14. März 2009, von einer vierköpfigen Jury, die von Monica Gaspar (Barcelona/Zürich), Dr. Rüdiger Joppien (Hamburg), Peter Nickl (München) und Karl Rothmüller (München) sowie dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Gesellschaft für Handwerksmessen, Dieter Dohr, ausgezeichnet. Die Preisverleihung wurde von Zuschauern aus aller Welt gebannt verfolgt.
Die ästhetisch-asiatische Sicht Sam Tho Duong auf die Natur war für die Jury mit ausschlaggebend, die Halskette in Form von Zweigen, an denen Blütentrauben hängen, mit dem begehrtesten Preis der internationalen Schmuckszene auszuzeichnen. "Der Schmuck scheint von der überbordenden Fülle eines blühenden Zweiges inspiriert zu sein", heißt es in der Jury-Begründung. Der Schmuck lasse Assoziationen zum Modeschmuck zu, gehe jedoch weit über dieses Genre hinaus, so die Jury.

Das Ensemble von fünf Broschen der Künstlerin Beppe Kessler

besticht hingegen durch die Subtilität seiner Farbästhetik. Bis in die feinsten Nuancen sind die farblichen Qualitäten der Materialien - Holz, Stein, Kunststoff und Metall - ausgereizt und bilden eine beeindruckende malerische Gesamtkomposition. Es war vor allem die technisch feine Verarbeitung, die die Jury überzeugte. "Die skulpturale Kraft dieser Broschen verblüfft. Sie haben naturhafte Formen und sind von einer strengen, wie gewachsenen Urkraft", so die Begründung.



Die Brosche von Felix Lindner, dem dritten Preisträger, besticht als "Schmuck zwischen allen Disziplinen". Er ist "von beruhigender Monochromie und gleichzeitig von starker stimulierender Farbintensität". Im Titel "Matratze" weckt der Künstler bewusst Assoziationen zum Gegenständlichen und zum Alltag. "Mit diesen Definitions- und Bestimmungsfragen lotet der Schmuck die Stellung des zeitgenössischen Schmuckes im Formgeschehen unserer Zeit aus", so die Begründung der Jury.


Zum 50-jährigen Jubiläum erscheint nun neben dem Katalog zur aktuellen Ausstellung auch eine Dokumentation über die seit 1973 ausgezeichneten Preisträger.



Schmuck 2009
Schmuck 2009
Schmuck ist nicht nur schmückendes Element, sondern längst auch eine eigenständige Kunstgattung sowie Ausdruck gesellschaftlicher und kultureller Möglichkeiten. Ob als Ausdruck der Liebesbekundung, als Statussymbol oder auch als Zeichen für Unterdrückung - ab den 1960er Jahren, und verstärkt in den 70ern und 80ern, drücken sich persönliche Lebenssituationen wie auch gesellschaftliche Einflüsse im Schmuck aus.



So stammen die ausgestellten Arbeiten der SCHMUCK oftmals von jungen, sich oft noch in der Ausbildung befindenden Goldschmieden, die sich schon bald zu Trendsettern der Schmuckwelt entwickeln. Die SCHMUCK gilt als wichtiger Indikator in der Szene und zeigt die Nachwuchsstars von morgen. Die Erstveranstaltung im Jahr 1959, initiiert von Dr. Herbert Hofmann von der Handwerkskammer für München und Oberbayern, überzeugte mit einer spektakulären, für die damalige Zeit ungewöhnlichen Präsentationsform, die Fachwelt, Publikum und Messeveranstalter gleichermaßen begeisterte. Aufgrund der überwältigenden Resonanz führte man die Schmuckschau auch in den kommenden Jahren weiter und 1973 den Herbert-Hofmann-Preis ein.



In ihrer 50-jährigen Geschichte hat die Ausstellung einen einmaligen Status errungen. Schmuckgestalter, Sammler, Galeristen und Museumsleute aus der ganzen Welt reisen jährlich im März nach München, um diesem zentralen Ereignis in der Welt des zeitgenössischen Schmucks auf der Internationalen Handwerksmesse beizuwohnen. Anlässlich dieser Ausstellung verwandeln sich auch die Münchner Museen, Schmuckgalerien und Goldschmiedewerkstätten jährlich im März in ein wahres Mekka der schmuckbegeisterten Welt.



Allerdings stand das Fortbestehen der Schmuckschau immer wieder auf dem Spiel. So konnte sie im Jahr 1986 aufgrund der Streichung finanzieller Mittel nicht durchgeführt werden. Die Proteste der gesamten Schmuckwelt und der Industrie führten aber bereits im Jahr darauf zu einem Wiederaufleben dieser international bedeutenden Ausstellung. Heute ist sie weltweit die einzige Veranstaltung, die zeitgenössischen Schmuck in solcher Kontinuität, jährlich im internationalen Wettbewerb präsentiert und in einem Katalog dokumentiert.



Seit 2006 obliegt die Trägerschaft der Ausstellung der in München ansässigen Benno und Therese Danner'sche Kunstgewerbestiftung. Veranstalterin der SCHMUCK wie auch der Internationalen Handwerksmesse ist die Gesellschaft für Handwerksmessen. Die Organisation der SCHMUCK liegt in den Händen der Handwerkskammer für München und Oberbayern. Seit 2008 hat die SCHMUCK in der Halle "Handwerk & Design" im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse einen exklusiven Platz mit benachbarten, prominenten Sonderschauen, wie der EXEMPLA, MEISTER DER MODERNE oder TALENTE.



Am Wettbewerb der SCHMUCK beteiligen sich inzwischen an die 600 Goldschmiede. Aus dieser Anzahl der Bewerbungen trifft ein verantwortlicher Juror, in der Regel ein international tätiger Kurator und Kenner moderner Schmuckgestaltung, die Endauswahl für die Münchner Ausstellung. Für das Jahr 2009 wurden insgesamt 60 Beiträge aus 23 Ländern ausgewählt. Die Jurorin für das Jahr 2009 ist die niederländische Schmuckspezialistin und Kunsthistorikerin Marjan Unger. Die SCHMUCK 2009 verspricht aufgrund der differenzierten Gestaltungsansätze eine umfassende Ausstellung aktueller Tendenzen zu werden. Hierbei sind sowohl junge Nachwuchstalente, als auch arrivierte, bekannte Goldschmiede vertreten.



Schmuck 2009
Schmuck 2009
 
 
Schmuck 2009
Schmuck 2009
 
Sam Tho Duong
»Frozen« 
Halsschmuck, 2008
Silber, Perlen
370_150_50 mm  
 Beppe Kessler
»later«
Brosche, 2008
Messing, Rotholz
redwood, 20_60 mm 
   
Schmuck 2009
Schmuck 2009
 
  

Felix Lindner

»Matratze«

Brosche/brooch, 2008

Kunststoff-Fundstück

plastic found object

80_80_8 mm 

  


Nach der Station auf der Internationalen Handwerksmesse vom 11. bis 17. März 2009 geht die SCHMUCK übrigens auf eine weite Reise: Vom 5. Juni bis 18. Juli macht die Ausstellung erstmalig in der RMIT Gallery in Melbourne Station. Damit setzt sich die bewährte Tradition fort, die SCHMUCK alljährlich nach der Internationalen Handwerksmesse auf Weltreise zu schicken. 2008 gastierte sie in der Birmingham City University und in der Jugendstilvilla der Städtischen Kunstgalerie Lódz, 2007 in der italienischen Goldschmiedestadt Padua und 2006 im New Yorker Museum of Arts and Design.