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Verkehrskonzept Münchner Altstadt: Wirtschaft will frühzeitige Beteiligung

Aktionismus und Einzelmaßnahmen werden abgelehnt

7. Januar 2020

In einer gemeinsamen Stellungnahme zum Verkehrskonzept Münchner Altstadt fordern Kammern und Verbände mehr Rücksicht auf die Interessen von Unternehmen und Anwohnern sowie eine frühzeitige Abstimmung der geplanten Maßnahmen mit allen Betroffenen. Ein modernes Verkehrsmanagement sei in der Lage, den städtischen Verkehr für alle verträglich zu steuern, ohne die freie Wahl des Verkehrsmittels einzuschränken, heißt es im gemeinsamen Papier von IHK, Handwerkskammer, Handelsverband, Hotel- und Gaststättenverband sowie CityPartner München. Benötigt werde unter anderem ein Sofortprogramm für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sowie ein bedarfsorientiertes Parkraumkonzept, das genügend Flächen für Anwohner, Unternehmen und Lieferverkehr zur Verfügung stellt.

„Mobilität und Erreichbarkeit in der Innenstadt sind existenzielle Standortfaktoren für Unternehmen, Kunden, Gäste, Pendler und Anwohner. Deswegen müssen verträgliche Lösungen für alle Beteiligten gefunden werden“, unterstreicht Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern.

Frank Hüpers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, warnt bei der Regelung des Verkehrs in der Münchner Altstadt vor Schnellschüssen: „Die Innenstadt erreichen und durchqueren zu können, ist für unsere Handwerksunternehmen existenziell wichtig. Sie benötigen Flächen zum Liefern und Leisten.“

Ernst Läuger, Präsident des Handelsverbands Bayern: „Wir fordern ein umfassendes Mobilitätskonzept, das zunächst die Rahmenbedingungen für die Erreichbarkeit des Handelsstandortes Altstadt deutlich verbessert. Die handstreichartige Umsetzung einzelner Maßnahmen auf Kosten der Handelsbranche schadet der Attraktivität der Altstadt als Einkaufsstandort, zumal der Online-Handel eine bequeme Alternative bietet.“

Christian Schottenhamel, Kreisvorsitzender für München des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA Bayern), sagt: „München kann durch ein neues Verkehrskonzept stark an Attraktivität gewinnen. Dem Gastgewerbe darf aber bei allen verkehrspolitischen Bemühungen nicht die Existenzgrundlage entzogen werden. Die Betriebe des Gastgewerbes sind existentiell auf Erreichbarkeit durch den Lieferverkehr und unsere Gäste in Hotellerie und Gastronomie angewiesen. Darüber hinaus stellt sich die Frage, inwiefern es sinnvoll ist, 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau von Radwegen zu investieren, anstatt das Geld in den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs zu stecken, wovon jeder profitieren würde.“

Wolfgang Fischer, Geschäftsführer CityPartnerMünchen: „Die Münchner Altstadt ist das ‚Herz‘ und das ‚Schaufenster‘ der Stadt. Für ca. 75.000 Erwerbstätige, die Münchnerinnen und Münchner, die Region und die vielen Kunden und Gäste aus nah und fern. Voraussetzung dafür ist die Erreichbarkeit mit allen Verkehrsmitteln. Dafür braucht es ein modernes, ganzheitliches Verkehrskonzept und keinen Aktionismus, denn schon heute kommen 92 Prozent mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Rad in die Altstadt. Zudem ist der motorisierte Verkehr über den Altstadtring in die City schon in der Vergangenheit um über 50 Prozent zurückgegangen. Damit ist die Münchner Altstadt bereits jetzt der nachhaltigste Standort der gesamten Stadt!“