Vollversammlung November 2020
Handwerkskammer für München und Oberbayern

Virtuelle Vollversammlung der Handwerkskammer

Peteranderl: "Steuerlichen Verlustrücktrag anstelle der befristeten Umsatzsteuersenkung ausweiten"

17. November 2020

„Mit Abstand zu wirtschaften, ist ein schwieriges Unterfangen. Wir haben in den vergangenen Monaten gesehen, dass digitale Lösungen zwar als Ergänzung hilfreich sein können, den persönlichen Kontakt aber nicht ersetzen“, betonte Präsident Franz Xaver Peteranderl in seiner Rede bei der Vollversammlung der Handwerkskammer, die erstmals virtuell stattfand. Als Beispiel nannte Peteranderl Messen, die als Orte der Begegnung, des Erfahrungsaustauschs, der Information und der Geschäftsanbahnung für das Handwerk unverzichtbar sind.

Deutliche Spuren hat die Corona-Krise auch auf dem Ausbildungsmarkt hinterlassen. Bis Ende Oktober wurden im oberbayerischen Handwerk über 8.400 neue Lehrverträge verzeichnet – 7,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Mit 250 weniger Neuabschlüssen im Vergleich zu 2019 war vor allem die Zahl der Menschen mit Fluchthintergrund unter den neuen Azubis stark rückläufig. Außerdem konnten in den letzten Monaten nur wenige Infoveranstaltungen zur Berufsorientierung in gewohnter Weise stattfinden. Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ hat die Erwartungen im Handwerk nicht erfüllt. Peteranderl: „Die Fördervoraussetzungen waren viel zu hoch.“

Als Nachfragestütze dient noch bis zum Jahresende die befristete Senkung der Umsatzsteuersätze. Allerdings ist sie für die kleinen und mittleren Unternehmen auch mit einem erheblichen bürokratischen Aufwand verbunden, z.B. bei der Umstellung der Buchhaltungsprogramme und Kassensysteme. Da die diskutierte Verlängerung der Steuersatzsenkung bis zum 30. Juni 2021 immer unwahrscheinlicher wird, fordert das Handwerk an anderer Stelle Entlastungen, etwa durch die Ausweitung des steuerlichen Verlustrücktrags.

Die Corona-Pandemie hat auch im Prüfungswesen für Verschiebungen gesorgt. „Im Sommer standen wir vor der Herausforderung, die im Frühjahr abgesagten Termine nachzuholen. Aufgrund der Hygiene- und Schutzauflagen mussten zusätzliche Prüfungstage angesetzt oder größere Räumlichkeiten angemietet werden“, berichtete Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Hüpers, „letztlich konnten aber dank der ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfer alle erforderlichen Gesellen-, Meister- und Fortbildungsprüfungen zum Abschluss gebracht werden.“

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