Kammerpräsident Georg Schlagbauer (rechts) zeichnete Kaminkehrer Maximilian Hanslmeier als Jahresbestmeister aus.
Handwerkskammer für München und Oberbayern
Kammerpräsident Georg Schlagbauer (rechts) zeichnete Kaminkehrer Maximilian Hanslmeier als Jahresbestmeister aus.

Meisterfeier 2014

Pressemitteilung der Handwerkskammer für München und Oberbayern

Zeugnisse für 1.627 neue Handwerksmeisterinnen und -meister

29. November 2014

"Bei meiner eigenen Meisterfeier vor 19 Jahren war ich wahnsinnig stolz auf mich und meine Leistung und darauf, endlich ein Handwerksmeister zu sein. Ich bin sicher, dass es Ihnen heute genauso geht und gratuliere Ihnen im Namen der Handwerkskammer für München und Oberbayern, aber auch persönlich von ganzem Herzen", betonte Handwerkskammerpräsident Georg Schlagbauer bei Deutschlands größter Meisterfeier im Handwerk. 1.627 Frauen und Männer nahmen im ICM der Messe München ihre Meisterbriefe entgegen.

Schlagbauer kritisierte in seiner Rede, dass das Bildungssystem in Deutschland, das immer auf den Säulen der beruflichen und der allgemeinen Bildung ruhte, immer mehr aus dem Gleichgewicht gerate. Der Kammerpräsident: "2013 haben in Deutschland erstmals mehr junge Menschen ein Studium als eine Lehre begonnen. Der Anteil eines Jahrgangs, der ein Studium aufnimmt, hat sich in den vergangenen zehn Jahren in etwa verdoppelt. Der Philosophieprofessor Julian Nida-Rümelin spricht bereits vom 'Akademisierungswahn' und kommt vielmehr zu dem Schluss, dass berufliche und allgemeine Bildung gleichrangig sind. Diese Meinung vertritt übrigens auch das Handwerk."

Schlagbauer erklärte, die Meisterinnen und Meister hätten einen Abschluss erworben, der durch die Verknüpfung von theoretischem Wissen und praktischen Fertigkeiten einzigartig sei. "Deshalb wurde der Meister auch zu Recht im Europäischen Qualifikationsrahmen auf der gleichen Stufe eingeordnet wie der Bachelor", so der Kammerpräsident weiter. Er wies außerdem darauf hin, dass das Handwerk auf dem Weg zur Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung bereits viel erreicht habe. So wurde der Hochschulzugang für Handwerksmeister und qualifizierte Gesellen wesentlich erleichtert. "Kein Meister muss unbedingt studieren. Aber wegen des hohen Niveaus der Weiterbildung ist es nur recht und billig, dass sie die Möglichkeit dazu haben. Und auch die Eltern sehen: mit einer beruflichen Bildung stehen alle Türen offen." Fortschritte hat das Handwerk auch bei der finanziellen Förderung der Weiterbildung erzielt: durch die Einführung des sogenannten 'Meisterbonus' erhalten u.a. Meister, Betriebswirte (HWO) und Energieberater (HWK), die ihren Hauptwohnsitz oder Beschäftigungsort in Bayern haben, eine einmalige Erfolgsprämie von 1.000 Euro.

Schlagbauer appellierte an die Meisterinnen und Meister, in den kommenden Jahren die vielfältigen Chancen, die der Meisterbrief eröffnet, auch zu nutzen: "Sie stehen mit der bestandenen Meisterprüfung noch nicht am Gipfel Ihrer Karriere. Prägen Sie das Handwerk in führender Position, vielleicht als selbstständiger Unternehmer. Die Fachkräfte aus dem Handwerk, die theoretisches Wissen ebenso mitbringen wie praktisches Können, werden immer mehr zur Mangelware und daher künftig heiß begehrt sein." Der Kammerpräsident rief die Meister dazu auf, auch weiterhin Wert auf das Berufsethos im Handwerk zu legen und sich mit der eigenen Arbeit zu identifizieren. Schlagbauer: "Denn nur wenn wir dies tun und uns in den Handwerksorganisationen oder in der Politik engagieren, werden wir unseren Wirtschaftsbereich in eine erfolgreiche Zukunft führen."

Im Namen der Landeshauptstadt gratulierte Münchens Zweiter Bürgermeister Josef Schmid den 1.627 Meisterinnen und Meistern: "Sie sichern die Konkurrenzfähigkeit des Münchner Handwerks und unseren Status als Handwerkerstadt. München hat die höchste Handwerksdichte aller deutschen Großstädte." Der Kabarettist Wolfgang Krebs unterhielt die Jungmeisterinnen und Jungmeister sowie die zahlreichen Gäste aus Politik und Wirtschaft mit humorvollen Parodien bekannter Politiker.

Jens Christopher Ulrich

Jens Christopher Ulrich

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