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Partnerschaft zwischen Politik und WirtschaftZeitenwende auch in der Wirtschaftspolitik notwendig

28. April 2022 - Statement von Präsident Peteranderl

„Notwendige Veränderungen sind oft nur in schwierigen Zeiten möglich. Deshalb ist jetzt die Zeit, die von Lieferkettenproblemen, Inflation und Absatzsorgen geplagten Unternehmen durchgreifend von bürokratischen Belastungen zu befreien“, sagte der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern Franz Xaver Peteranderl.

Unternehmen unter großem Druck

Ganz Europa und damit nicht zuletzt auch seine Wirtschaft durchlaufen schwierige Zeiten. Lieferkettenprobleme und gewaltige Preissteigerungen belasten so gut wie jedes Unternehmen auch im Handwerk. Dazu kommt, dass geopolitische Veränderungen stattfinden, die drohen, den freien Welthandel, auf dem in den letzten Jahrzehnten unser wirtschaftlicher Erfolg und unser Wohlstand beruhten, in immer mehr Bereichen auszuhebeln und zu beschränken.

Zeitenwende auch bei Belastungen der Wirtschaft

Die angekündigte Zeitenwende darf sich deshalb nicht nur auf die Sicherheitspolitik beschränken, und nicht nur die Energieversorgung muss auf neue Grundlagen gestellt werden. Jetzt muss die Gelegenheit ergriffen werden, eine Zeitenwende auch in der Wirtschaftspolitik einzuleiten und die Beziehungen zwischen Politik und Verwaltung auf der einen sowie den Unternehmen auf der anderen Seite auf eine neue Grundlage zu stellen. Bei dem vor uns liegenden Berg an Problemen können es sich Deutschland und ganz Europa nicht mehr leisten, die Wirtschaft und hier insbesondere die Handwerksbetriebe bürokratisch und finanziell zu überlasten.

Anerkennung für Leistungen der Unternehmen

Wir müssen deshalb weg vom politischen Wettbewerb, wer sich die kompliziertesten bürokratischen Belastungen oder die höchsten Steuern ausdenken kann, und hin zu einem Wettbewerb, wer seinen Unternehmen die leistungsfähigsten sowie wirtschafts- und mittelstandsfreundlichsten politischen Rahmenbedingungen schaffen kann. Die Wirtschaft, der Mittelstand und nicht zuletzt das Handwerk müssen endlich wieder die Aufmerksamkeit, Achtung und Anerkennung in Politik und Gesellschaft erhalten, die ihnen gebühren. Das liegt auch im Interesse der Arbeitskräfte und des Staates, die für sichere Arbeitsplätze und Steuereinnahmen auf dynamische und leistungsfähige Unternehmen angewiesen sind.

Weniger Bürokratie, mehr Partnerschaft

Wir brauchen deshalb weniger Bürokratie und dafür bessere Bürokratie. Das bedeutet: Soviel Freiheit für die Unternehmen wie möglich, soviel Regelungen wie nötig. Und das bedeutet auch: Soviel Vertrauen in die Unternehmen wie möglich und so wenig Kontrolle wie möglich. Das Handwerk ist für eine neue Partnerschaft mit Politik und Verwaltung. 



 

Robert Fleschütz
Abteilungsleiter Wirtschaftspolitik und Statistik

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