Präsident Franz Xaver Peteranderl stand der Presse Rede und Antwort.
Konjunkturbericht der HandwerkskammerHandwerkskonjunktur ohne Dynamik
13. August 2026 – Statement von Präsident Peteranderl
„Die Koalition muss angesichts der schwierigen konjunkturellen und strukturellen Lage rasch ein Maßnahmenpaket für mehr Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit schnüren.“, fordert Kammerpräsident Franz-Xaver Peteranderl.
Der Konflikt zwischen den USA und Iran bleibt ungelöst und die Straße von Hormus weiterhin gesperrt. Dies hat zu hohen Ölpreisen und großer Verunsicherung geführt. Bis der Konflikt gelöst ist, schlagen die hohen Ölpreise stark auf das Konsumklima und die Kosten der Unternehmen durch. Kombiniert mit wieder steigenden Zinsen und der hohen Unsicherheit ist diese Entwicklung Gift für die Verbraucher- und Unternehmensstimmung.
Im 2. Quartal bewerteten in der Konjunkturumfrage der Handwerkskammer 82 Prozent der Befragten ihre aktuelle Lage als gut oder befriedigend. Dies ist ein Minus von zwei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahresquartal.
„Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Gesamtlage bleibt auch die Beschäftigungssituation im bayerischen Handwerk angespannt“, sagt der Kammerpräsident: „Nach unseren Schätzungen waren zum Ende des 1. Halbjahres rund 309.000 Personen in unseren Betrieben tätig. Dies entspricht einem Rückgang von 1,1 Prozent binnen eines Jahres.“
Da eine Lösung des Iran-Kriegs nicht in Sicht ist, baut sich zusätzlicher Inflationsdruck in der Wirtschaft auf. Über zwei Drittel der Betriebe vermeldeten im Berichtszeitraum gestiegene Einkaufspreise, 34 Punkte mehr als vor einem Jahr. Im 1. Halbjahr wurden im oberbayerischen Handwerk insgesamt 23,9 Milliarden Euro umgesetzt. Aufgrund des schwachen 1. Quartals beträgt das Umsatzplus nominal nur 0,3 Prozent. Real ergibt sich dagegen im 1. Halbjahr ein Minus von 2,7 Prozent.
Die von der Bundesregierung in der ersten Jahreshälfte angestoßenen Reformen sind für das Handwerk nicht ausreichend: „Die Koalition muss nach der Sommerpause rasch ein Maßnahmenpaket für mehr Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit schnüren. Die geplante Einkommensteuerreform muss zu einer spürbaren und dauerhaften Entlastung von Handwerk und Mittelstand führen“, fordert Peteranderl.
Bei der Frage nach der konjunkturellen Entwicklung in den kommenden Monaten neigten die Handwerkerinnen und Handwerker einem eher pessimistischen Szenario zu. Lediglich 12 Prozent erwarten eine Verbesserung der Geschäftslage, während gut jeder Fünfte mit einer weiteren Verschlechterung rechnete.
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