Pisa StudieBildungspolitik

17. September 2026 – Statement von Präsident Peteranderl

„Grundkompetenzen sind die unverzichtbare Grundlage für einen erfolgreichen Bildungs- und Berufsweg. Gerade Ausbildungsbetriebe im Handwerk leisten einen wichtigen Beitrag zur Qualifizierung junger Menschen. Sie können jedoch nicht die Aufgabe übernehmen, grundlegende Defizite in Lesen, Schreiben und Rechnen auszugleichen“, sagt der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern Franz Xaver Peteranderl.

Die jüngste Veröffentlichung der Ergebnisse der aktuellen PISA-Studie nimmt das Handwerk zum Anlass, auf den dringenden bildungspolitischen Handlungsbedarf hinzuweisen. Die Ergebnisse verdeutlichen einmal mehr, wie wichtig eine konsequente Förderung grundlegender Kompetenzen bereits in der Schule ist.



Handwerkliche Ausbildung braucht Ausbildungsreife

Handwerksbetriebe stehen an vorderster Front, wenn es darum geht, junge Menschen auf das Berufsleben vorzubereiten. Fast jeder dritte Auszubildende in Deutschland erlernt seinen Beruf in einem Handwerksbetrieb, obwohl das Handwerk lediglich rund zehn Prozent der Beschäftigten stellt. Die Ausbildungsbetriebe leisten damit einen überdurchschnittlich großen Beitrag zur Fachkräftesicherung für die gesamte Wirtschaft. Ihre Aufgabe ist es jedoch, berufliche Kompetenzen zu vermitteln und weiterzuentwickeln. Sie können fehlende schulische Grundkenntnisse nicht dauerhaft kompensieren, sondern müssen auf soliden Grundlagen aufbauen können.

„Wenn immer mehr Jugendliche die Schule mit Defiziten in den Kernkompetenzen verlassen, stellt das auch die Ausbildungsbetriebe vor große Herausforderungen“, betont Peteranderl.



Ausbildung gezielt fördern

Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels fordert das Handwerk zudem, die berufliche Bildung stärker in die bildungspolitische Debatte einzubeziehen. „Deutschland braucht nicht nur mehr akademische Fachkräfte, sondern gerade auch mehr qualifizierte Fachkräfte im Handwerk. Die berufliche Bildung ist ein gleichwertiger Bildungsweg mit hervorragenden Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten. Praktische Begabungen müssen frühzeitig erkannt und gezielt gefördert werden“, so Peteranderl weiter.

Zur Stärkung der beruflichen Bildung engagieren sich die Handwerksorganisationen mit zahlreichen Projekten zur Berufsorientierung an Schulen, Praktikumsinitiativen und Informationskampagnen wie „Elternstolz“, um Jugendliche für berufliche Bildung zu begeistern. Denn gute Bildung bedeutet nicht nur Studierfähigkeit, sondern auch Ausbildungsreife und die Fähigkeit, den eigenen Talenten entsprechend, den richtigen beruflichen Weg einzuschlagen.