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Inga Klas / pixabay.com

ZollabkommenUSA: Ende mit Schrecken

20.  August 2026 – Statement von Präsident Peteranderl

„Auch wenn das Zollabkommen mit den USA eine bittere Pille ist, muss man solche manchmal schlucken. Entscheidend ist nun, dass sich die EU mit voller Kraft der Verbesserung der heimischen Standortbedingungen verschreibt, insbesondere dem Bürokratieabbau und der Stärkung des Mittelstandes.“ betonte der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern Franz Xaver Peteranderl.

Am 16. Juni 2026 stimmte das EU-Parlament für das bereits im August 2025 ausgehandelte Zollabkommen mit den USA. Kernpunkt ist ein Zoll von 15 Prozent für den Großteil der Exporte in die USA. Im Gegenzug schafft die EU fast alle Zölle auf Industriegüter ab und gewährt bei Agrarprodukten leichteren Marktzugang. Dass dies einen Wettbewerbsnachteil für die europäische Industrie darstellt, ist offensichtlich. Zwischenzeitlich drohte aber gar ein regelrechter Handelskrieg mit dem transatlantischen Partner und die „Handels-Bazooka“ stand schon bereit. Gerade die deutschen Autohersteller ächzten zeitweise unter Zöllen in Höhe von 27,5 Prozent. Dass es jetzt zu diesem Abkommen kam, ist trotz der nachteiligen Bedingungen grundsätzlich zu begrüßen. Es ist weniger ein Freihandelsabkommen als ein bilateraler Vertrag, in dem die USA weite Teile ihrer Interessen durchsetzen konnten. Natürlich hätte man sich ein stärkeres Behaupten der EU gewünscht, doch der Spielraum hierfür war angesichts der geopolitischen Lage nicht zuletzt in der Ukraine leider überschaubar.

Zudem hat die EU-Weitsicht und Vorsicht bewiesen und ein Ablaufdatum bis 31.12.2029 sowie Schutzmechanismen in das Abkommen verhandelt. Es bleibt zu hoffen, dass unsere Partner jenseits des Atlantiks das Abkommen langfristig als Grundlage akzeptieren und dieses nicht ständig neu zur Disposition gestellt wird.

Für die Wirtschaft bedeutet das Abkommen die dringend nötige Planungssicherheit. Investitionsentscheidungen werden auf Jahre und Jahrzehnte getroffen und können nun wieder unter bekannten und hoffentlich verlässlichen Rahmenbedingungen stattfinden. Der Wettbewerbsnachteil gegenüber den amerikanischen Herstellern wird die Industrie weiter unter Druck setzen, dennoch ist ein Ende mit Schrecken hier wohl besser als ein Schrecken ohne Ende mit ständigen Drohungen, Sonderzöllen und völliger Unsicherheit. Das Handwerk selbst ist aufgrund der geringen Exporttätigkeit kaum direkt von den Zöllen betroffen. Indirekt gibt es aber sehr wohl Auswirkungen, vor allem unter unseren Zulieferbetrieben, Unternehmensdienstleistern und dem Kfz-Handwerk. Je schwieriger die Lage der Industrie insgesamt wird, umso mehr geraten auch die Aufträge und Margen unserer Handwerker in der Wertschöpfungskette in Bedrängnis.

Das Zollabkommen ist ein schmerzhafter Kompromiss, mit dem Europa nun leben muss. Jetzt ist entscheidend, wie man darauf reagiert. Den internationalen Wettbewerbsnachteilen muss umso dringender daheim entgegengewirkt werden. Die EU und Deutschland müssen nun alle Kraft auf die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und eine wirtschaftsfreundliche Standortpolitik aufwenden. Dazu gehört eine stärker mittelstandsfreundliche Gesamtausrichtung der Gesetzgebung. Und dazu gehört vor allem der straffe Abbau der Bürokratie, gerade in Brüssel. Wenn die Belastungen von außen steigen, müssen die Hürden im Inneren sinken.